Passau - Es wäre "völlig falsch, für die nächsten zwei Jahre die Hände in den Schoß zu legen", sagte Rürup der "Passauer Neuen Presse". "Unbedingt noch in dieser Legislaturperiod" müsse beispielsweise eine wirkliche Reform der Pflegeversicherung angegangen werden.
Bei der Rentenversicherung geht Rürup zwar davon aus, dass der Beitragssatz angesichts eines prognostizierten Lohnwachstums von 1,2 Prozent in diesem und im nächsten Jahr bei 19,5 Prozent gehalten werden kann. "Was noch kommen muss, ist die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre", sagte der Wirtschaftsweise.
Dann sei das System längerfristig konsolidiert, allerdings um den Preis, dass die gesetzliche Rente langfristig nur noch eine Basissicherung sei, die "dringend durch private oder betriebliche Vorsorge ergänzt werden" müsse.
Zur Finanzierung der Krankenversicherung favorisiere er eine Kopfpauschale, sagte Rürup. Die Entscheidung zwischen Pauschale und Bürgerversicherung sei aber eine letztlich normativ-ideologische, die nicht durch wirtschaftswissenschaftliche Argumente, die sämtlich für die Pauschale sprächen, gelöst werden könne. Jede große Gesundheitsreform erfordere "letztendlich eine informelle Große Koalition".
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