Brüssel/Berlin - Kyprianou kündigte in der "Welt" an, er wolle die bisherige Altersgrenze überprüfen. Die derzeitige Bestimmung, wonach Bier und andere niedrigprozentige alkoholische Getränke in Deutschland wie auch in anderen EU-Staaten ab 16 käuflich seien, hält er für nicht tragbar. Zudem sagte der Kommissar, man müsse die "Strafverfolgung verbessern und verschärfen". Bisher komme es zu oft vor, dass "Jugendliche oder gar Kinder an jeder Ecke Bier kaufen". Nicht nur die Hersteller, sondern auch der Handel seien in der Pflicht.
Kyprianou begrüßte in dem Interview, dass in Italien jüngst ein vollständiges Rauchverbot in der Öffentlichkeit eingeführt wurde. Er wünsche sich, dass andere Länder dem Beispiel folgen. Ein Rauchverbot sei "sinnvoll, um Kindern nicht ein schlechtes Beispiel zu geben" und die nichtrauchende Mehrheit zu schützen.
Der Kommissar äußerte die Erwartung, dass einige EU-Länder künftig vorschreiben würden, Bilder von rauchbedingten Erkrankungen wie etwa Krebs auf Zigarettenschachteln zu drucken. Die EU-Kommission hatte diese Bilder im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt, bisher hat aber kein Land ihre Veröffentlichung vorgeschrieben.
Nahrungsmittel: EU setzt auf Selbstverpflichtung
Diese Fotos seien sehr viel effektiver bei der Rauchabschreckung als reine Texthinweise, sagte Kyprianou. Belgien und Irland seien daran interessiert, die Foto-Warnungen einzuführen. Andere Länder würden dann folgen.
Kyprianou will auch erreichen, dass auf Lebensmittelpackungen deutlicher auf Gesundheitsgefahren durch Fett, Zucker und Kochsalz hingewiesen wird. Dies müsse "in einer Weise geschehen, dass sich der Konsument eine Meinung bilden kann, ohne einen Doktortitel in Chemie zu haben". Derzeit setze er aber darauf, dass sich die Industrie freiwillig auf bessere Kennzeichnung einlasse. Bisherige Gespräche darüber liefen vielversprechend gut. Erst wenn diese scheiterten, könne man über strengere Regeln nachdenken.
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