Los Angeles - Möglicherweise hatten die Designer die Kinder der Videospiel-Generation, die Massaker à la "Doom 3" oder "Hitman" bevorzugen, im Blick. Solch abgebrühte Klientel ließe sich wahrscheinlich nur mit deftigen Motiven ködern. Entsprechend makaber fiel das neue Weingummi-Sortiment namens "Road Kill" im Angebot der Kraft-Tochter Trolli Gummi aus: Zerfledderte Hühner, oder platt gefahrene Eichhörnchen und Schlangen, auf denen noch die Reifenspuren zu erkennen sind, finden sich in der grellbunten Tüte. Seit Sommer des vergangenen Jahres ist es im Angebot.
Erst einige Monate später kam den Managern der Konzernmutter der Gedanke, man könne es mit der makaberen Süßigkeit etwas übertrieben haben. Darauf aufmerksam wurden sie allerdings erst, weil die Tierschutzorganisation "Prevention of Cruelty to Animals" öffentlich Einspruch erhoben hatte. Die Figürchen trügen zur Verrohung bei, lautete der Einwand. "Dies ist kein gutes Signal für die Jugend", sagte der Sprecher der Organisation Matthew Stanton.
Die Bedenken nahm der Trolli-Gummi-Management schließlich auf. "Wir haben erkannt, dass das Produkt missverstanden werden kann und wir respektieren das", sagte der Chef des Weingummikochers, Jim Low, in einer Stellungnahme. Seit einer Woche wird "Road Kill" nicht mehr verkauft.
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