Wirtschaft



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13.03.2005
 

Fluggesellschaften

Lufthansa will Swiss übernehmen

Die Lufthansa hat Verhandlungen zum Kauf ihres angeschlagenen Konkurrenten Swiss bestätigt. Die Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft durch die deutsche Airline steht unmittelbar bevor.

Swiss-Maschine: Marke soll erhalten bleiben
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DPA

Swiss-Maschine: Marke soll erhalten bleiben

Frankfurt am Main - Das gemeinsam von beiden Unternehmen entwickelte Geschäftsmodell stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Lufthansa-Aufsichtsrates, des Swiss-Verwaltungsrates und der Swiss-Großaktionäre, teilte die Lufthansa Chart zeigen am Sonntag mit. Sollten die Zustimmungen vorliegen, beabsichtigt die Lufthansa den Swiss-Anteilseignern ein Angebot in Höhe des Durchschnittskurses der letzten Wochen zu unterbreiten.

Swiss soll weitestgehend eigenständig bleiben. "Das gemeinsam angestrebte Geschäftsmodell sieht eine Bündelung der Kräfte beider Fluggesellschaften unter weitestgehender Beibehaltung der Eigenständigkeit der Swiss vor", erklärte die Lufthansa. "Eckpfeiler sind unter anderem die Aufrechterhaltung der Luftverkehrsanbindung der Schweiz und der Marke Swiss."

Am Montag würden die Hauptaktionäre der Swiss - Vertreter des Bundes, der Kantone und Städte, von Banken und führenden Unternehmen - über den Stand der Verhandlungen unterrichtet, berichteten Schweizer Sonntagszeitungen. Das Thema sei bereits am Freitag von der Schweizer Regierung, die einer solchen Übernahme stets wohlwollend gegenüberstand, beraten worden, bestätigte ein Regierungssprecher.

Die Lufthansa will sich zu finanziellen Details der Übernahme nicht äußern. Verhandlungsnahe Kreise taxierten den Preis gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zwischen 50 bis 60 Millionen Euro. Die Swiss-Großaktionäre sollen dem vereinbarten Übernahmekonzept zufolge lediglich mit einem symbolischen Preis abgefunden werden, hieß es weiter.

Im Gegenzug werde die Lufthansa auf die bisherige Forderung verzichten, dass die Großaktionäre vor einer Übernahme das Eigenkapital der angeschlagenen Swiss erhöhen. Für die Aktien der Kleinaktionäre, die rund 14 Prozent an Swiss halten, will der deutsche Konzern dagegen einen angemessenen Preis zahlen.

Swiss steckt seit Jahren in der Krise

Über die Übernahme der Swiss durch die Lufthansa war schon mehr als ein Jahr spekuliert worden. In einem ersten Anlauf hatte die Swiss das Lufthansa-Angebot abgelehnt und stattdessen versucht, sich dem Bündnis um die British Airways Chart zeigen anzuschließen.

Nachdem am Freitag Presseberichte einmal mehr über den bevorstehenden Zusammenschluss berichteten, kletterte der Kurs der Lufthansa-Aktie empor. Den Berichten zufolge soll Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber als Voraussetzung für den Zusammenschluss gefordert haben, dass Swiss weitere Einsparungen vornehme und im Zuge der Zusammenführung auch die Kontrolle des Swiss-Streckennetzes an die Lufthansa abtrete.

Swiss war im Frühjahr 2002 dank Milliardenhilfe von Staat und Wirtschaft aus den Trümmern der 2001 zusammengebrochenen Swissair entstanden, hatte von Beginn an aber ständig mit Problemen zu kämpfen und verbuchte Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Nachdem der deutsche Manager Christoph Franz, der auch schon für die Lufthansa tätig war, das Ruder übernommen hatte, wurde die Sanierung in Angriff genommen.

Allerdings schreibt die Schweizer Airline nach wie vor rote Zahlen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde der Verlust 2004 von 687 Millionen Franken (444 Millionen Euro) auf 140 Millionen Franken (90 Millionen Euro) reduziert. Die Lufthansa hatte 2004 dagegen einen dreistelligen Millionen-Gewinn eingeflogen, das Konzernergebnis lag bei rund 400 Millionen Euro.

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