Wirtschaft



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18.03.2005
 

Unerwünschte Übernahme

Schweizer Anwalt will Swiss vor Lufthansa retten

Gegen den Kauf der Swiss durch die Lufthansa regt sich in der Schweiz Widerstand. Zwei Anwälte suchen nun in einem Zeitungsinserat Investoren für die Fluggesellschaft, um den Einstieg der deutschen Airline zu torpedieren.

Swiss-Flugzeuge: Geschenk für die Lufthansa
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AP

Swiss-Flugzeuge: Geschenk für die Lufthansa

Zürich - Ziel sei, die Swiss als schweizer Qualitätsairline unabhängig weiterzuführen, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Anzeige. Wer bereit sei, mindestens 10.000 Franken einzusetzen, könne in die SR Invest Holding AG einsteigen, die zur Zeit gegründet werde, erklärten die beiden Anwälte aus dem Kanton Zug, Jürg Brand und Marius Grossenbacher.

Die Swiss dürfe nicht an die deutsche Lufthansa für 65 Millionen Franken (42 Millionen Euro) "verschenkt werden". Es seien keine Alternativen geprüft worden. Die Advokaten warnen davor, dass die Lufthansa notwendige Investitionen nicht vornehmen könnte. Auch dass man vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei, stimme grundsätzlich misstrauisch.

Brand und Grossenbacher wollen die Swiss mit dem aktuellen Management und Teilen des amtierenden Verwaltungsrats weiterführen und -entwickeln. Sie haben gemäß den Angaben Erfahrung in der Übernahme und Weiterentwicklung von Unternehmen.

Jürg Brand wurde bekannt als Anwalt von Yeslam Bin Laden, dem seit langem in der Schweiz lebenden Halbbruder von Osama Bin Laden. Vor einigen Jahren hat Brand den Auslieferungsstopp gegen ein Buch erwirkt, in dem er und Yeslam Bin Laden als Verantwortungs- und Funktionsträger des Bin-Laden-Familienimperiums erwähnt wurden. Brand war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Die Lufthansa hatte sich am Wochenende mit dem Management der Swiss darauf geeinigt, die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft zu übernehmen. Die Swiss soll weitgehend eigenständig bleiben. "Eckpfeiler sind unter anderem die Aufrechterhaltung der Luftverkehrsanbindung der Schweiz und der Marke Swiss", hieß es. Für den Wirtschaftsplatz Zürich werde zugleich eine Anbindung an das internationale Streckennetz sichergestellt. Das gemeinsame Geschäftsmodell muss von den Aufsichtsgremien und den Swiss-Großaktionären abgesegnet werden.

Schweizer Regierung unterstützt Übernahme

Erstmals seit Bekanntgabe der Lufthansa-Übernahmepläne hat sich eine Schweizer Regierungsstelle öffentlich für diesen Zusammenschluss eingesetzt. Dies geht aus einer Stellungnahme der Finanzverwaltung an das Parlament hervor, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Darin heißt es, die Swiss solle nach der Übernahme als dezentrales Profitcenter der Lufthansa geführt werden.

Weiter ist darin zu lesen: "Die Übernahme durch die Lufthansa eröffnet im Gegensatz zum Status quo nachhaltig positive Perspektiven: Sicherung und Entwicklung des Hubs in Zürich; Beibehaltung und gar Erweiterung der heutigen Langstreckenflotte; Weiterführung von Swiss als operative, in der Schweiz ansässige Gesellschaft - wenn auch als dezentral geführtes Profitcenter von Lufthansa; Bewahrung und Pflege der Marke Swiss. Im Ergebnis wird damit die bestmögliche Anbindung der Schweiz an den weltweiten Luftverkehr und ein weitgehender Erhalt der Arbeitsplätze angestrebt."

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