Berlin - Weltweit hätten die Dax-Konzerne knapp 10.000 Jobs geschaffen, während in Deutschland kräftig gestrichen wurde, berichtet der "Tagesspiegel". Das Blatt errechnete die Gewinne zum Ende der Bilanzsaison bei den Dax-Konzernen. Enthalten seien in diesen Zahlen auch die Effekte von Unternehmensverkäufen, Akquisitionen und Abspaltungen.
Gewerkschaften und SPD reagierten gegenüber der Zeitung mit Empörung. IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte, die Arbeitgeber müssten "ihre Zweckjammerei" aufgeben und die Arbeitslosigkeit verringern. "Die Bilanzen sind der klare Gegenbeweis für die Märchenstunden der Arbeitgeber über die Nachteile des Standortes."
Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, sagte dem "Tagesspiegel": "Diese Rekordgewinne belegen eindeutig, wie leistungsfähig die deutsche Wirtschaft und ihre Beschäftigten sind." Dennoch werde lamentiert, Löhne und Steuern seien zu hoch und die Arbeitszeiten zu kurz.
Auch der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Rainer Wend (SPD), bezeichnete es als eine "ungesunde Entwicklung", dass viele Aktiengesellschaften wegen der zunehmend anonymen Eigentümerstruktur vor allem auf kurzfristige Gewinne schauten.
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