Berlin - "In der aktuellen politischen Diskussion wird sich ein Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens zehn Mal überlegen, ob er an einen Private-Equity-Fonds verkauft", sagte KKR-Manager Johannes Huth der "Welt". Er hofft aber, dass "die Realität diese Mythen mittelfristig wieder verdrängen" werde. Huth ist Europa-Chef bei KKR, der größten und bekanntesten Beteiligungsgesellschaft der USA.
SPD-Chef Franz Müntefering, der Finanzinvestoren als "Heuschreckenschwärme" bezeichnet hatte, war in einem internen SPD- Papier insbesondere auf KKR als Beispiel für einen nach seiner Auffassung räuberischen Kapitalismus eingegangen.
Huth: Kein sinnloser Job-Kahlschlag
Huth wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Erstens schaffen wir in den Unternehmen langfristig Wert und Arbeitsplätze. Zweitens grasen wir nicht ein Land ab und ziehen dann weiter. Sondern wir investieren langfristig", sagte er. Wenn KKR in einem Unternehmen Arbeitsplätze abbauen müsse, gehe dies stets mit wertsteigernden Maßnahmen einher.
So habe die Beteiligungsgesellschaft bei MTU Aero Engines - dort wurden unter dem Einfluss von KKR insgesamt 1000 Stellen sozialverträglich abgebaut - gleichzeitig die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf ein Rekordniveau erhöht.
Huth sagte der Zeitung weiter, dass KKR an dem Ziel festhalte, den ersten Teil des Triebwerkherstellers bis zur Luftfahrtmesse in Le Bourget Anfang Juni an die Börse zu bringen. "In sechs bis acht Wochen" könne MTU notiert sein, sagte Huth.
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