Wirtschaft



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17.05.2005
 

Otto-Versand

Großangriff auf die Post

Das herkömmliche Versandgeschäft macht der Hamburger Otto Gruppe immer weniger Freude. Deshalb will der Traditionskonzern seine Stärken jetzt auf andere Weise Gewinn bringend einsetzen - als Logistik-Dienstleister. Das wäre eine neue starke Konkurrenz für die Post.

Otto Versand-Zentrale: Angebot an große und mittelständische Unternehmen
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DPA

Otto Versand-Zentrale: Angebot an große und mittelständische Unternehmen

Berlin - Der weltweit größte Versandhändler wolle die eigenen Versand- und Lagerzentren mit ihren rund 5800 Beschäftigten in Zukunft auch fremden Kunden anbieten, berichtet die Zeitung "Die Welt". Bislang nutzt Otto diese sieben bundesweiten Großanlagen ausschließlich für das eigene Versandsgeschäft. Damit wolle der Hamburger Konzern Marktführern wie der Post-Tochter DHL, Fiege oder Rhenus Konkurrenz machen.

Wie die "Welt" unter Berufung auf Kreise weiter schreibt, lässt Otto gerade konkrete Schritte des Marktzugangs erarbeiten. Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen, hieß es. Bis Mitte Juli wollten die Gremien bei Otto endgültig über die Umsetzung der Pläne entscheiden. Der Konzern wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu den Informationen äußern.

In der Branche werde dies als Großangriff auf Firmen wie DHL bezeichnet. Mit der Öffnung der zwei Versandzentren in Hamburg, plus denen in Karlsruhe, Haldensleben, Burbach, Ohrdruf, Hanau und Löhne tritt Otto als einer der fünf Top-Logistiker in Deutschland an. Zugleich verfüge die Gruppe mit der Konzerntochter Hermes Versand über den hinter der Post zweitgrößten Transporteur im Land. Otto könne seine Lager- und Versandkapazitäten großen Unternehmen ebenso wie Mittelständlern anbieten, die keine eigene Warenlagerung und -verteilung betreiben.

Hintergrund der Entscheidung bei Otto sei der Rückgang im eigenen Versandgeschäft. So habe der Versandhändler im vergangenen Jahr in Deutschland ein Umsatzminus von knapp fünf Prozent verkraften müssen. Im laufenden Geschäftsjahr wolle die Gruppe ein Umsatzplus erreichen. Der allgemeine Versandhandel erwartet dagegen auch in diesem Jahr keine Trendwende. Die Logistikkapazitäten bei Otto sind nach den Informationen der Zeitung derzeit nicht voll ausgelastet.

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