Los Angeles - Die Studentin gab ihre Vorwürfe auf einer Pressekonferenz bekannt, die sie zusammen mit der Interessengruppe Muslim Public Affairs Council (MPAC) gab. Dabei hatte sie den Koran gar nicht neu und direkt bei Amazon gekauft, sondern antiquarisch über einen Zwischenhändler, der nur die Plattform Amazon Marketplace für den Verkauf benutzte. Die Studentin sagte, auf dem Innenumschlag des heiligen Buchs hätten die Worte "Tod allen Moslems" gestanden. Sie beteuerte, sie habe das Buch sofort vor Schreck fallen gelassen, als sie dies gesehen habe.
Amazon bemühte sich bereits um Schadensbegrenzung: Das Unternehmen entschuldigte sich bei der Käuferin, erstattete den Betrag, schickte ihr eine neue Koran-Ausgabe zu und stellte ihr einen Geschenkgutschein aus. Zudem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben dem Händler, der das Buch verkauft und verschickt haben soll, verboten, weiterhin Artikel im Marketplace anzubieten.
MPAC: "Kult das Hasses"
Muslim-Vertreter in den USA forderten gleichwohl eine neuerliche, öffentliche Entschuldigung des Internet-Konzerns. Amazon müsse sich zudem zu einer "Null-Toleranz-Geschäftspolitik" gegenüber Angestellten und Verkäufern verpflichten, die sich diskriminierend äußerten, sagte eine Sprecherin des MPAC auf der Pressekonferenz. Die "entweihte" Koran-Ausgabe, fand sie, sei Teil eines "Kult des Hasses, der vielleicht existiert und sich vielleicht im Auftrieb befindet."
Die Stimmung in Sachen Umgang mit dem Koran ist jedenfalls aufgeheizt. Am Montag hatte das US-Magazin "Newsweek" einen Bericht über angebliche Schändungen des Koran im US-Militärstraflager Guantanamo zurückgezogen. Der Bericht hatte gewaltsame Proteste vor allem in Afghanistan ausgelöst. Dabei wurden mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.
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