Berlin - Zunächst einmal versucht es Wolfgang Clement mit sanftem öffentlichen Druck: Er sagte der Nachrichtenagentur dpa, er halte viel von der Offenlegung der Managergehälter auch bei Bundesunternehmen - und zwar bei allen. Und weiter: "Ich gehe davon aus, dass die großen Bundesunternehmen sich diesem Weg alle schon freiwillig angeschlossen haben."
Clements Aussage ist wohl eine Aufforderung auch in Richtung Bahn. Denn auch der Minister wird wissen, dass die Deutsche Bahn AG - eines der größten Staatsunternehmen - es mit der Transparenz bisher nicht so genau nimmt. Bisher weist sie die Bezüge des Vorstands in ihren Geschäftsberichten nur als Gesamtsumme und nicht individuell aus. Damit bleibt die Bahn also hinter den Vorschriften zurück, die das Kabinett gestern für börsennotierte Unternehmen beschlossen hatte.
Nach der Gesetzesvorlage, die von 2007 an gelten soll, muss grundsätzlich das Salär jedes Vorstandsmitglieds börsennotierter Unternehmen im Jahresabschluss bis ins Detail publik gemacht werden.
Clement betonte, er hätte grundsätzlich eine freiwillige Lösung bevorzugt. Es habe aber keine andere Möglichkeit gegeben, als dies gesetzlich zu regeln. "Diese freiwillige Lösung ist nicht zustande gekommen. Wenn wir uns treu bleiben wollen, gibt es keine andere Möglichkeit."
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