Wirtschaft



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25.05.2005
 

Prognose zu schlecht

Clement wettert gegen das ifo-Institut

Wirtschaftsminister Clement hat die jüngsten Aussagen des ifo-Institutes zur Konjunktur öffentlich als irreführend zurückgewiesen. Das Institut hatte in seiner Umfrage unter 7000 Unternehmern ermittelt, dass das Geschäftsklima so schlecht ist wie seit 2003 nicht mehr. Clement hält die Aussichten für exzellent.

Clement im  Bundestag (Archivbild): Wer ist eigentlich dieser Sinn?
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AP

Clement im Bundestag (Archivbild): Wer ist eigentlich dieser Sinn?

Berlin/München - Jetzt, wo der Vorwahlkampf läuft, werden Konjunkturprognosen schnell zum Politikum. So ist wohl zu erklären, dass der Bundeswirtschaftsminister öffentlich an Zahlen des ifo-Institutes zweifelt, die obendrein auch noch auf einer repräsentativen Umfrage basieren - ein reichlich ungewöhnlicher Vorgang.

In Berlin sagte Clement, aus seiner Sicht sei der vierte Rückgang des ifo-Index in Folge "wenig aussagekräftig" für die Konjunktur. An den Finanzmärkten gilt die monatliche Stimmungsumfrage des Institutes hingegen als eines der wichtigsten Konjunkturbarometer.

Das Institut hatte am Morgen mitgeteilt, der Index für das Geschäftsklima in Deutschland sei im Mai auf 92,9 Punkte gesunken, nach 93,3 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten einen leichten Anstieg erwartet. Der Index ist damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hatte erklärt: "Eine konjunkturelle Verbesserung ist für die nächsten Monate leider nicht zu erwarten."

Clement kritisierte diese Einschätzung. Sie sei "bemerkenswert", sagte der Minister. Er fügte an: "Wir haben die besten (Konjunkturaussichten) zurzeit seit vielen Jahren."

Das ifo-Institut erstellt den Index monatlich auf Basis einer Umfrage unter rund 7000 Unternehmen. Er besteht aus einem Teilindex für die aktuelle Lagebeurteilung und einem Subindex für Zukunftseinschätzungen. Nach Angaben des Ifo stieg der Teilindex für die aktuelle Lage auf 93,4 von 93,1 Zählern, der Subindex für Erwartungen fiel auf 92,3 von 93,6 Punkten.

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Wie das ifo-Institut mitteilte, hat der Optimismus der Industrie bezüglich ihrer Export-Chancen nachgelassen. Die Exporte waren zuletzt aber der wichtigste Antrieb für das deutsche Wirtschaftswachstum gewesen. Im ersten Quartal 2005 hatte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland noch um 1,0 Prozent zugelegt.

Angesichts der anhaltend trüben Stimmung hat sich das Institut für eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank ausgesprochen. "Die weiter schwachen Daten sprechen weiterhin dafür", sagte ifo-Experte Klaus Abberger laut Nachrichtenagentur Reuters. Er fürchte zwar keine neuerliche Rezession. "Es dürfte erst einmal mit einem recht schwachen Wachstum weitergehen." Allerdings gebe es Zeichen für eine leichte Abschwächung der Exporte.

Mit Blick auf das Vorziehen der Bundestagswahl sagte Abberger, dies könnte in den kommenden Monaten die Stimmung vielleicht leicht anheben, da die Hoffnung auf weitere Reformen in Deutschland ab dem Jahresende aufkommen könnte.

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