Wirtschaft



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22.06.2005
 

Bau-Manager-Prognose

"Pkw-Maut nur noch eine Frage der Zeit"

Die Maut für Pkw wird nicht mehr lange auf sich warten lassen - glaubt zumindest der Chef des Baukonzerns Hochtief. Seine Begründung: Die öffentlichen Kassen seien so leer, dass der Staat allein eine Modernisierung der Straßen nicht zahlen könne. Wenn er recht hat, darf er auf lukrative Aufträge hoffen.

Berufsverkehr auf der A8: Konzern hofft auf Offenheit einer CDU-Regierung
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DDP

Berufsverkehr auf der A8: Konzern hofft auf Offenheit einer CDU-Regierung

Düsseldorf - Die Einführung einer Pkw-Maut sei längst kein Tabu mehr für die deutsche Politik, sagte der Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel am Abend bei einer Vortragsveranstaltung in Düsseldorf. Sie sei "nur noch eine Frage der Zeit."

Er beklagte einen "Investitionsstau" bei öffentlichen Straßen, der dringend aufgelöst werden müsse. Angesichts leerer Kassen könne dies aber nicht mehr von der öffentlichen Hand finanziert werden. Folglich müssten Autofahrer etwa für den Neubau von Autobahnen zahlen. Eine Maut-Regelung könne aber mit einer Neuregelung von Kfz- und Mineralölsteuer verbunden werden.

Keitel will sich auch selbst als Bauunternehmer für solche Projekte ins Gespräch bringen. Der Konzern betreibe oder realisiere weltweit 15 Mautstraßen mit einer Länge von insgesamt rund 900 Kilometern, sagte Keitel. Er schätzte bis 2010 könne das Volumen gemeinsamer Projekte (Public-Private Partnership) mit der öffentlichen Hand auf insgesamt 20 Milliarden Euro wachsen. Er glaubt, eine CDU-geführte Bundesregierung werde besonders offen für PPP-Projekte sein.

"Wir fühlen uns stark"

Derzeit bewirbt sich der Konzern um eine Baukonzession für ein Teilstück der Autobahn A8 zwischen München und Augsburg. Die reinen Baukosten schätzen Experten auf knapp 250 Millionen Euro. Im Gegenzug könnten über eine auf 30 Jahre geplante Betriebslizenz rund 400 Millionen Euro eingenommen werden.

Die Privatfirmen sollen dabei Pflege und Instandhaltung der Strecke übernehmen. Die Kosten sollen durch die Lkw-Maut gedeckt werden. Um den Auftrag für das erste privat betriebene Autobahnteilstück in Deutschland, dessen Baubeginn Keitel für das kommenden Jahr erwartet, bewerben sich mehrere Konsortien.

Hochtief will den Bau von Straßen nicht selbst übernehmen, sondern an Fremdfirmen übergeben. Gemeinsame Projekte seien hier auch mit dem Spezialisten Strabag denkbar, sagte Keitel. Das Finanzieren und Betreiben der Projekte sei indes komplexer als der Bau selbst - und in diesen Bereich "fühlen wir uns stark".

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