Berlin - "Wir brauchen diese Beziehungen", sagte der Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA), Klaus Mangold. "Wir hoffen sehr, dass wir an dieser Kontinuität festhalten können". Das deutsch-russische Verhältnis sei seit Beginn der Perestroika vor 20 Jahren von hoher Kontinuität geprägt, sagte Mangold. "Wir hoffen sehr, dass, egal was politisch passiert, wir an dieser Kontinuität festhalten können."
Der Ost-Ausschuss reagierte damit auf Forderungen aus der CDU/CSU, gegenüber Moskau wieder stärker auf die Einhaltung von demokratischen Grundrechten zu drängen. Die "Männerfreundschaften" zwischen deutschen Kanzlern und russischen Präsidenten hätten "oftmals stabilisierende Wirkung" gehabt, sagte Mangold. Er äußerte sich überzeugt, dass Russland unter Präsident Wladimir Putin den Weg der Demokratisierung fortsetzen werde.
Den Prozess und die Verurteilung des früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski bezeichnete der langjährige DaimlerChrysler-Manager als "Einzelfall". "Solange das ein Einzelfall bleibt, haben wir keine Veranlassung, deutschen Unternehmen abzuraten, in Russland zu investieren."
Auch im vergangenen Jahr war Deutschland mit Abstand wichtigster Handelspartner für Russland. Das Handelsvolumen erreichte mit mehr als 31 Milliarden Euro wieder eine Rekordmarke, was maßgeblich auf die Einfuhr von Öl und Gas aus Russland zurückzuführen war.
Aus Deutschland werden vor allem Maschinen und Anlagen sowie chemische Erzeugnisse nach Russland verkauft. Im laufenden Jahr setzte sich der Trend fort: Insgesamt wird 2005 mit einem Umsatz von mehr als 34 Milliarden Euro gerechnet.
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