Bonn - Ein Sprecher der Telekom sagte am Nachmittag, man habe eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg gegen Telegate erwirkt. Damit dürfe das Unternehmen künftig nicht mehr behaupten, dass es einen gerichtlichen Teilsieg gegen die Telekom errungen habe.
Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft hatte zuvor mitgeteilt, dass die Telekom nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf insgesamt fünf Millionen Euro an Telegate zahlen müsse. Dabei gehe es um die Rückzahlung überhöhter Kosten, die die Telekom für Teilnehmerdaten von Januar bis September 1999 in Rechnung gestellt hatte.
"Es gibt mehrere Verfahren"
In der Pflichtveröffentlichung hatte Telegate Anfang vergangener Woche mitgeteilt: "Das OLG Düsseldorf hat Telegate einen ersten Teilbetrag des gesamten Streitwerts nunmehr bereits in der zweiten Instanz zugesprochen." Telegate beziffert seine Forderungen insgesamt auf 70 Millionen Euro. Der Aktienkurs der Telegate war danach um rund 14 Prozent in die Höhe geschnellt. "Wir gehen nicht gegen das Urteil vor, sondern die Art und Weise, wie das veröffentlicht wurde", sagte der Telekom-Sprecher.
Nach Darstellung der Telekom ging es bei dem Urteil nicht um die Gebühren für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten an Telegate, sondern um Datenabfragen über eine Suchmaschine, die von Telegate einige Zeit genutzt worden sei. "Es gibt mehrere Verfahren, die inhaltlich getrennt werden müssen. Die Behauptung, dass es eine Grundsatzentscheidung in einem einzigen Rechtsstreit gegen die Telekom gegeben habe, ist falsch", sagte der Telekom-Sprecher.
Telegate: Zahlungen eingestellt
Eine Sprecherin der Telegate widersprach der Darstellung der Telekom. "Wir haben verschiedene Verfahren gegen die Telekom laufen zum Thema Datenkosten in einer Summe von 70 Millionen Euro. Davon haben wir fünf Millionen Euro zugesprochen bekommen und damit sehr wohl ein richtungweisendes Urteil erwirkt." Von der Verfügung sei ihr nichts bekannt. Nach Angaben der Telekom geht diese dem Unternehmen erst in den nächsten Tagen zu.
Telegate hatte am Wochenende mitgeteilt, man wolle an die Telekom vorerst kein Geld mehr zahlen. "Wir haben die Zahlungen an die Telekom eingestellt", sagte Telegate-Chef Andreas Albath der "Welt am Sonntag". Die von der Telekom berechneten Gebühren für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten seien nach wie vor zu hoch. "Das sind Mondpreise", sagte Albath.
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