Straßburg - Das Europäische Parlament verabschiedete eine Richtlinie, die die Verwendung sogenannter Phthalate verbietet. Die neuen Bestimmungen gelten auch für importierte Produkte und müssen von den Mitgliedstaaten spätestens ab Herbst 2006 eingehalten werden.
Für die Verwendung von Phthalaten in Beißringen und Spielzeug war im Dezember 1999 erstmals ein vorübergehendes Verbot erlassen worden, das seitdem immer wieder verlängert wurde. Phthalate gelten als gesundheitsgefährdend und sollen sich vor allem schädigend auf die Fortpflanzung auswirken. Der EU-Ministerrat muss der Regelung noch zustimmen. Da er sich mit dem Parlament aber zuvor auf den jetzt abgestimmten Kompromiss verständigt hatte, gilt dieser Schritt nur noch als Formalität.
Damit dürfen die drei Weichmacher, die als fortpflanzungsschädigend eingestuft sind - DEHP, DBP und BBP - künftig bei der Herstellung von Spielwaren grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Die drei Weichmacher DINP, DIDP und DNOP sollen zudem für alle Spielwaren verboten werden, die kleine Kinder in den Mund stecken können.
Die Spielzeugindustrie reagierte zurückhaltend auf das Verbot. Nach Ansicht des Verbands der Europäischen Spielwarenindustrie (TIE) wird die Branche dadurch in Unsicherheit gestürzt. Der häufig verwendete Stoff DINP sei in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Chemiebüro in rund 30 Studien über 20 Jahre lang auf sein Risiko getestet und für sicher befunden worden, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes nach dem Parlamentsvotum. Zu dieser Beurteilung sei ebenfalls die US-Verbraucherbehörde gekommen.
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