Bremen/Hamburg - Zahlungsschwierigkeiten deutscher Bürger haben immer häufiger auch drastische rechtliche Folgen. So wurde im vergangenen Jahr in Deutschland alle 20 Sekunden ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beim Amtsgericht beantragt. Das ergibt sich aus einer Studie des Unternehmens Seghorn Inkasso. Insgesamt zählte das Bremer Unternehmen 1,5 Millionen Fälle. Alle 30 Sekunden werde eine Eidesstattliche Versicherung (1.072.105 Fälle) abgenommen.
Insgesamt wurden 2004 mit 3.632.881 Vorgängen bei den Amtsgerichten 3,3 Prozent mehr Vollstreckungssachen, Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen als 2003 registriert. Auf die Bevölkerung umgerechnet waren das im Durchschnitt 44 Zwangsmaßnahmen je 1000 Einwohner.
Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Fälle, in denen der Immobilienbesitz unter den Hammer kommt. Im Jahr 2004 wurden gegenüber 2003 mit 91.991 Fällen 5,5 Prozent mehr Zwangsversteigerungen von Immobilien in Gang gesetzt. Etwa alle sechs Minuten wird mittlerweile eine Zwangsversteigerung beim Amtsgericht beantragt.
Starker Anstieg in Thüringen und Sachsen
Die meisten Vollstreckungen wurden mit 59,4 pro 1000 Einwohner in Berlin veranlasst (siehe Grafik), die wenigsten mit 37,1 in Bayern. Die stärkste Zunahme verzeichnete Thüringen mit plus 7,6 Prozent vor Sachsen-Anhalt mit plus 6,1 Prozent und Bayern mit plus 5,6 Prozent. Einen Rückgang der Vollstreckungsvorgänge meldete Schleswig-Holstein mit minus 1,3 Prozent vor Brandenburg mit minus einem Prozent und dem Saarland mit minus 0,7 Prozent.
Bei den Städten lagen hinter dem Spitzenreiter Berlin die Landgerichtsbezirke Duisburg mit 58,5 und Mönchengladbach mit 56,9 Fällen. Am wenigsten Fälle zählten die Landgerichtsbezirke Würzburg und Ansbach mit jeweils 30,9 sowie Weiden mit 31,6 Fällen pro 1000 Einwohner.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH