Berlin - Ein Kredit des Bundes für die Rentenkasse zum Jahresende wird nach Angaben der Rentenversicherungsträger immer wahrscheinlicher. Die Gefahr werde "eher größer als kleiner", sagte der Direktor des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), Franz Ruland, dem "Handelsblatt". Noch Ende Juni hatte die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) die Gefahr als gering eingeschätzt, dass ein solcher zinsloser Kredit notwendig werden könnte.
Ruland zufolge müssen voraussichtlich im September erstmals seit 1985 Bundeszuschüsse vorgezogen werden, um die laufenden Renten zahlen zu können. Dies war von den Rentenversicherungsträgern für die Monate September bis November seit längerem erwartet worden. Der Grund sind die weiterhin geringeren Einnahmen durch die hohe Arbeitslosigkeit und die korrigierten Wachstumsprognosen der Bundesregierung. Im Juni waren die Einnahmen aus den Pflichtbeiträgen erneut um 0,6 Prozent gefallen. Dem "Handelsblatt" zufolge müssen nach Expertenschätzungen im September 450 Millionen Euro aus dem im Oktober fälligen Bundesbeitrag vorgezogen werden.
Um den Beitragssatz trotz der angespannten Finanzlage im nächsten Jahr bei 19,5 Prozent stabil halten zu können, müssen die Arbeitgeber ab 2006 ihre Sozialbeiträge stets am Ende des laufenden Monats und nicht wie bisher erst bis zur Mitte des folgenden Monats abführen. Dies verschafft der Rentenkasse mehr finanziellen Spielraum. Ein entsprechendes Gesetz von Bundessozialministerin Ulla Schmidt hatte Anfang des Monats den Bundesrat passiert.
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