Hamburg - Schon bei Schrempps Vertragsverlängerung im April vergangenen Jahres waren sich Aufsichtsratschef Hilmar Kopper von der Deutschen Bank und Betriebsratschef Erich Klemm einig, dass Schrempp eigentlich nur noch zwei oder drei Jahre den Konzern führen sollte. Das vorzeitige Ausscheiden aus dem Vertrag entsprach auch Schrempps Vorstellungen.
Der Vertrag wurde dennoch bis 2008 verlängert, damit nicht nach einem Jahr wieder eine Debatte um die Nachfolge beginnt. Schrempp sagte im Gegenzug zu, beim vorzeitigen Ausscheiden nicht auf Auszahlung der restlichen Bezüge zu bestehen.
Im Mai dieses Jahres gab es die ersten Gespräche zwischen Schrempp, Kopper und dann auch Klemm. Diese Gespräche seien nicht auf Drängen der Deutschen Bank und deren Chef Josef Ackermann zustande gekommen, sagt Kopper dem SPIEGEL. Er selbst habe gespürt, dass Schrempp nicht mehr wolle, nachdem er sich auf der Hauptversammlung auch heftige Kritik am Job seiner Ehefrau bei DaimlerChrysler hatte anhören müssen.
Dass in der Pressemitteilung zum Ausscheiden Schrempps kein Wort des Dankes für dessen Arbeit enthalten ist, beruht offenbar auf einer Panne. Schrempp selbst hatte die Erklärung mitformuliert und wollte den Dank nicht selbst reinschreiben. Dadurch wurde der Eindruck erweckt, Schrempp sei rausgeschmissen worden. "Ich bin todunglücklich", sagt Kopper. "Das hat Schrempp nicht verdient."
Natürlich werde der DaimlerChrysler-Chef bei seinem Ausscheiden am 31. Dezember gewürdigt, sagte Kopper. "Und wie."
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