Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



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02.08.2005
 

Mercedes-Chef im Rückwärtsgang

Cordes macht Kasse

Eckhard Cordes bereitet zielstrebig seinen Abschied von DaimlerChrysler vor. Dem Unternehmen zufolge hat der Ziehsohn des zurückgetretenen Konzernchefs Jürgen Schrempp bereits im großen Stil Daimler-Aktien verkauft.

Mercedes-Chef Cordes: "Ich kann nicht mit Zetsche"
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DDP

Mercedes-Chef Cordes: "Ich kann nicht mit Zetsche"

Hamburg - Wie DaimlerChrysler Chart zeigen mitteilte, löste Cordes bereits am vergangenen Freitag eine Option zum Kauf von 92.500 DaimlerChrysler-Aktien im Wert von insgesamt über drei Millionen Euro ein. Nachdem der Manager die Anteilsscheine zu je 34,40 Euro erworben hatte, verkaufte er sie für 39,58 Euro. Der Erlös für den Chef der Mercedes Car Group liegt damit bei 479.150 Euro.

Den Verdacht auf ein Insidergeschäft wies DaimlerChrysler gegenüber SPIEGEL ONLINE zurück. Davon könne keine Rede sein, sagte ein Sprecher. Cordes habe die Option schließlich erst einen Tag nach der Bekanntgabe des Schrempp-Rücktritts und der Verkündung der Quartalszahlen veranlasst.

Nach dem Rückzug des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp und der Ernennung von Chrysler-Chef Dieter Zetsche zu seinem Nachfolger hatte Cordes dem Aufsichtsrat laut Presseberichten seinen Rücktritt angeboten. "Ich kann nicht mit Zetsche", begründete er intern seine Offerte, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". In zentralen Fragen sei man unterschiedlicher Meinung, sagte Cordes, der zu den engen Vertrauten Schrempps gehörte und vom scheidenden Konzernchef als Nachfolger favorisiert wurde.

Externe Kandidaten haben keine Chance

Das Verhältnis zwischen Cordes und Zetsche gilt seit Jahren als unterkühlt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Branchenkenner werten seinen finanziellen Rückzug aus dem Konzern der Zeitung zufolge nun als endgültiges Zeichen, dass der Mercedes-Chef dort keine Zukunft mehr für sich sieht. Und auch wenn offiziell noch nicht über das Rücktrittsgesuch von Cordes entschieden wurde, gilt es intern als ausgeschlossen, dass er von der Bitte noch einmal Abstand nimmt. Der Rücktrittswunsch liege bereits Aufsichtsratschef Hilmar Kopper vor, sagen Insider.

Wichtige Mitglieder des Gremiums wollen deshalb noch vor der Internationalen Automobil Ausstellung IAA, die im September in Frankfurt am Main eröffnet wird, einen Nachfolger finden. "Wir dürfen die Entscheidung nicht übers Knie brechen, aber ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten vier Wochen bereits ein Personalpaket schnüren", hieß es aus Aufsichtsratskreisen.

Einen Favoriten gebe es allerdings noch nicht. Der Aufsichtsrat überlege deshalb, dem designierten Schrempp-Nachfolger Dieter Zetsche vorübergehend die Führung der Mercedes Car Group zu übertragen. Externe Kandidaten hätten keine Chance, berichtet das "Handelsblatt" weiter. Als mögliche Nachfolger gelten neben Zetsche Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber, Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier und Smart-Chef Ulrich Walker.

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