Wirtschaft



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06.08.2005
 

Commerzbank

Betriebsräte kassierten Luxus-Boni

Nicht nur bei VW, sondern auch bei der Commerzbank wurden Betriebsräten des Unternehmens jahrelang finanzielle Vorteile gewährt. Anders als normale Beschäftigte konnten die Arbeitnehmervertreter der Bank die Jahre der Finanzkrise so ohne Bonus-Kürzungen überstehen.

Spiegel-Bild der Commerzbank-Zentrale: Absicherung gegen Bonus-Verfall
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DPA

Spiegel-Bild der Commerzbank-Zentrale: Absicherung gegen Bonus-Verfall

Frankfurt am Main - Bei der Bank galt bis Ende 2004 eine Sonderregelung, nach der die Betriebsräte einen deutlich höheren Bonus kassierten als die anderen Mitarbeiter. Das sagte Pressesprecher Peter Pietsch und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des SPIEGEL.

Die Sondervereinbarung sah vor, dass der für das letzte Jahr gezahlte Bonus "als Basis für den auszuzahlenden Bonus" betrachtet wird. Der Bonus für Betriebsräte konnte damit nur steigen oder gleich bleiben. So haben sich die Boni der Betriebsräte in den Krisenjahren 2001 und 2002, in denen die normalen Mitarbeiter deutliche Bonuskürzungen hinnehmen mussten, an der hohen Zahlung des Boomjahres 2000 orientiert.

Sprecher: Das sind doch Lappalien

Bei 32 außertariflich bezahlten Betriebsräten waren dies im Durchschnitt jährliche Zuwendungen von 8400 Euro, die mittlerweile auf über 9000 Euro gestiegen sind. Zwei Betriebsräte aus dem Investmentbanking kassierten noch deutlich mehr.

Die Vereinbarung ist dann mit Wirkung zum 31. Dezember 2004 gekündigt worden. Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm nannte die Sonderregelung "bestimmt nicht luxuriös". Derzeit werde ein neues Bonusmodell verhandelt.

Pietsch bestätigte der Nachrichtenagentur AP den Sachverhalt und die Äußerungen Ramms. Pietsch sprach seinerseits von einer "Lappalie". Der Bericht, sagte er, diene doch wohl nur dazu, das nachrichtliche Sommerloch zu füllen. Die Commerzbank war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf internationale Geldwäsche gegen Bank-Mitarbeiter ermittelt. Darunter ist auch der inzwischen zurückgetretene ehemalige Commerzbank-Personalvorstand Andreas de Maizière.

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