Wirtschaft



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19.08.2005
 

Streit um Schmerzmittel

Merck zu Millionenstrafe wegen Vioxx verurteilt

Im ersten Prozess um das umstrittene Medikament Vioxx hat ein US-Gericht dem Pharmakonzern Merck eine Mitschuld am Tod eines Texaners gegeben. Das Urteil: 253 Millionen Dollar Strafe. Die Entscheidung gilt für die noch ausstehenden mehr als 4000 Klagen als richtungsweisend.

kostet Merck nun Millionen: das umstrittene Medikament Vioxx
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REUTERS

kostet Merck nun Millionen: das umstrittene Medikament Vioxx

Angleton - Mängel beim Medikament wie auch bei dessen Marketing hätten zum Tod des 59-jährigen Texaners beigetragen, befanden die zwölf Geschworenen in Angleton in Texas. Sie sprachen der Witwe Schadenersatz von 24 Millionen Dollar und 229 Millionen Dollar Strafzuschlag zu. Die Witwe hatte erklärt, der Herztod ihres Mannes - ein Marathonläufer - sei auf die Einnahme von Vioxx zurückzuführen. Merck kündigte Berufung an.

Es gebe bis heute keinen zuverlässigen wissenschaftlichen Beweis, dass Vioxx zu Herzrhythmusstörungen geführt habe, die zusammen mit einer Herzvorerkrankung zum Tode des Patienten führten, sagte Anwalt Jonathan Skidmore. Merck habe jederzeit verantwortlich gehandelt, von der Erforschung des Mittels bis zum freiwilligen Marktrückzug.

Merck hatte das Atrhitis-Medikament im September vom Markt genommen. Zu diesem Zeitpunkt benutzten es etwa 20 Millionen Menschen. Der Umsatz machte 2003 mit mehr als 2,5 Milliarden Dollar etwa zehn Prozent des Konzernumsatzes aus.

klagte gegen den Pharma-Konzern Merck und gewann: die Witwe eines Vioxx-Patienten, Carol Ernst
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AP

klagte gegen den Pharma-Konzern Merck und gewann: die Witwe eines Vioxx-Patienten, Carol Ernst

Merck soll die Risiken von Vioxx jahrelang verheimlicht haben. Durch die vielen Klagen könnte Merck mit Schadenersatzforderungen im Milliarden-Höhe konfrontiert werden. Insgesamt sieht sich das Unternehmen mit mehr als 4000 Klagen im Zusammenhang mit Vioxx konfrontiert. Händler hatten das Urteil als richtungweisend für die noch ausstehenden Klagen betrachtet.

Der Kurs des Pharmaherstellers sackte nach dem Urteil um 7,73 Prozent auf 28,06 Dollar ab.

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