Hamburg - Derzeit seien 160 Entwickler zum Teil nächtelang im Einsatz, um pünktliche Auszahlungen von Leistungen sicherzustellen und das pannenanfällige Arbeitslosengeld-Programm in den Griff zu bekommen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Spezialisten der Behörde. Im Juli habe ein umfangreicher Systemabsturz dazu geführt, dass 400.000 Empfänger ihre Zuschüsse und Nachzahlungen erst acht Tage zu spät bekamen.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE den Vorfall. "Wir haben im Juli eine neue Programmversion eingeführt. Dabei gab es Probleme", sagte eine Sprecherin.
Ein schnelles Ende des Durcheinanders ist demnach nicht absehbar. Nach interner Einschätzung von Experten der Bundesagentur werde davon ausgegangen, dass die Software der Telekom-Tochter T-Systems frühestens in zwei Jahren so laufen wird, wie ursprünglich zugesagt.
Fehler im Computersystem der Bundesagentur haben bereits in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen gemacht. So hat die BA in mehreren hunderttausend Fällen Meldungen zur Krankenversicherungen von Arbeitslosengeld-II-Empfängern ohne Grund storniert.
Die falschen Storno-Meldungen betrafen An- und Abmeldungen sowie Veränderungsmitteilungen. Bei den Krankenkassen entstand deswegen erheblicher Verwaltungsaufwand.
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