Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



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22.08.2005
 

Preisabsprache-Vorwurf

EU beschuldigt BASF und Degussa

Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen mehrere Chemiekonzerne eingeleitet, darunter auch zwei aus Deutschland. Sie sollen sich bei Preisen für Lack-Bestandteile und andere Chemikalien unerlaubt abgesprochen haben.

Brüssel - Die EU-Behörde ermittle förmlich gegen eine größere Anzahl europäischer Chemiefirmen, die Methacrylat-Monomere und verwandte Stoffe herstellen, sagte heute ein Kommissionssprecher in Brüssel. Zu den Firmen gehören von deutscher Seite BASF und der Spezialchemiekonzern Degussa. Auch die britischen Chemiefirmen ICI und Lucite bestätigten den Eingang von Beschuldigungsschreiben.

BASF-Werk Ludwigshafen: "Sehr umfangreiche Beschwerdepunkte"
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DPA

BASF-Werk Ludwigshafen: "Sehr umfangreiche Beschwerdepunkte"

Es gebe Beweise dafür, dass die beschuldigten Unternehmen Preise abgesprochen, Kundenkreise aufgeteilt und vertrauliche Marktinformationen ausgetauscht hätten, teilte die EU mit. Nach Informationen der Agentur Reuters sind insgesamt mehr als ein Dutzend Firmen involviert. Im April 2003 hatte die Kommission wegen entsprechender Verdachtsmomente schon einmal Degussa und BASF unter die Lupe genommen.

Theoretisch kann die Kommission Bußgelder in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes aussprechen, was allerdings in der Praxis noch nie geschehen ist. Methacrylat-Monomere und verwandte Stoffe kommen unter anderem bei der Herstellung hochwertigen Autolacken zum Einsatz. Methacrylate werden zudem in der Herstellung von weichen Kontaktlinsen und Brillengläsern und bei transparenten Kunststoffen verwendet.

Bayer und Celanese: Wir sind nicht betroffen

Der Bayer-Konzern ist nach eigenen Angaben nicht Teil des Kartellverfahrens. Auch ein Celanese-Sprecher sagte: "Ein entsprechendes Schreiben der EU-Kommission liegt uns nicht vor." Bei BASF sagte ein Sprecher: "Wir haben die sehr umfangreichen Beschwerdepunkte erhalten." Die Vorwürfe würden den Zeitraum März 1995 bis Oktober 2000 betreffen. "Wir werden die Unterlagen prüfen", fügte er hinzu. Weitere Angaben lehnte er unter Hinweis auf das schwebende Verfahren ab.

Auch Degussa bestätigte den Eingang der Vorwürfe der Wettbewerbshüter. Für mögliche Risiken habe Degussa ausreichend Vorsorge getroffen, hob eine Sprecherin hervor. Zum Umfang des Risikos und zur Stichhaltigkeit der Vorwürfe wollte sie sich nicht äußern. "Degussa arbeitet entsprechend ihrer Unternehmensphilosophie eng mit der EU-Kommission zusammen", sagte die Sprecherin lediglich.

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