Berlin - Die Regierung Helmut Kohls führte einst den Karenztag ein, die Regierung Schröder schaffte ihn kurz nach ihrem Amtsantritt wieder ab. Nun, kurz vor der vorgezogenen Wahl, steht das Thema Lohnfortzahlung wieder auf der Tagesordnung.
"Ich bin dafür, dass Arbeitnehmer im Krankheitsfall in den ersten beiden Tagen keine Lohnfortzahlung erhalten", sagte DIHK-Chef Ludwig Georg Braun der "Welt". Seine Begründung: Eine solche Selbstbeteiligung der Arbeitnehmer "stärke die Eigenverantwortung".
Außerdem würden zwei Karenztage für die Unternehmen eine deutliche Entlastung bringen, betonte Braun. Das stärke ihre Wettbewerbsfähigkeit und schaffe Spielraum für Investitionen. Trotz des relativ niedrigen Krankenstandes in Deutschland koste die Unternehmen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall pro Jahr fast 30 Milliarden Euro.
Die Karenztag-Regelung, die unter der Union/FDP-Koalition 1996 eingeführt worden war, hatte in der Praxis wenig Auswirkungen. Die Einschränkung der Lohnfortzahlung wurde in vielen Fällen durch tarifvertragliche Regelungen wieder aufgehoben.
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