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12.09.2005
 

Freizeitpark

Disneyland Hongkong verärgert die Obrigkeit

Die Eröffnung des neuesten Disneylands in Hongkong steht unter einem schlechten Stern. Im Streit um einige Fälle von Lebensmittelvergiftung hat es sich der US-Unterhaltungskonzern mit der Verwaltung der Sonderwirtschaftszone verscherzt.

Disneyland Hongkong: "Niemand hat hier Sonderrechte"
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AP

Disneyland Hongkong: "Niemand hat hier Sonderrechte"

Hongkong - Disney hatte Lebensmittelkontrolleure gebeten, bei der Arbeit im neuen Freizeitpark in Hongkong auf ihre Uniformen zu verzichten. Die Beamten hatten mehrere Vergiftungsfälle in Restaurants der Anlage untersucht, die beim Probebetrieb wenige Tage vor der heutigen offiziellen Eröffnung aufgetreten waren, berichtet der Online-Dienst "BBC News". Demnach bat Disney die Kontrolleure um ein weniger auffälliges Auftreten.

Die Verwaltung von Hongkong reagierte auf den Vorstoß empört. "Disney steht nicht über dem Gesetz", erregte sich der Sicherheitschef der Stadt, Ambrose Lee. "Wir heißen Disney willkommen, aber niemand hat hier Sonderrechte", erklärte sein für Finanzen zuständiger Kollege Henry Tang. Disney hat sich mittlerweile für den Vorfall entschuldigt und versprach, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Mit einem großen Fest wurde heute der erste Freizeitpark des Konzerns in China eröffnet. An der Feier nahmen rund 2500 geladene Gäste und Würdenträger teil, darunter neben dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden des US-Medien- und Unterhaltungsriesen, Michael Eisner, und dessen Nachfolger Robert Iger auch der chinesische Vizepräsident Zeng Qinghong sowie Hongkongs Verwaltungschef Donald Tsang.

Mit einer Fläche von 126 Hektar und 21 Attraktionen ist der Hongkonger Themenpark der kleinste der insgesamt fünf Disney-Parks. Mit rund 36 Euro für ein Tagesticket sind die Preise aber auch die niedrigsten. Im ersten Jahr rechnet Disney mit 5,6 Millionen Besuchern, später soll die Zahl auf über zehn Millionen ansteigen. Mit Hilfe seines Vergnügungsparks will der Konzern auch mit seinen anderen Produkten in China Fuß fassen. Die ehemalige britische Kronkolonie, die 1,8 der rund drei Milliarden Dollar Baukosten trug, erhofft sich ihrerseits weiteren Auftrieb für ihre Tourismusindustrie.

Allerdings stand das Projekt bislang unter keinem guten Stern. So geriet Disney Mitte August in die Schlagzeilen, weil der US-Konzern in Fernost mit Firmen kooperiert haben soll, deren Angestellte unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren müssen.

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