Ebay-Logo: Völlig neues Geschäftsfeld zugekauft
San Francisco/New York - Ebay
übernimmt Skype Technologies für 2,6 Milliarden Dollar. Hinzu kommen mögliche leistungsbezogene Zusatzzahlungen von rund 1,5 Milliarden Dollar, die in den Jahren 2008 oder 2009 fällig werden könnten. Dies haben die beiden Gesellschaften heute bekannt gegeben. Somit könnte die Transaktion einen Gesamtwert von 4,1 Milliarden Dollar erreichen.
Die Software der in Luxemburg ansässigen Firma Skype ermöglicht ihren rund 51 Millionen Nutzern weltweit kostenlose Telefonate über das Internet. Bereits in der vergangenen Woche hatte unter anderem das "Wall Street Journal" über Verhandlungen zwischen Ebay und Skype berichtet. Angeblich soll vor kurzem auch der britische Zeitungszar Rupert Murdoch erfolglos mit dem Netztelefonie-Anbieter verhandelt haben.
Der Kauf von Skype wäre die bisher größte Übernahme des Web-Auktionators Ebay, der damit Bietern und Verkäufern direkte Gespräche bei Versteigerungen ermöglichen könnte und so weiter wachsen will. Die Transaktion würde den Kauf von PayPal vor drei Jahren noch bei weitem übersteigen. Ebay hatte für den Anbieter von Internet-Bezahlsystemen 1,5 Milliarden Dollar ausgegeben.
Ähnlich wie PayPal sei Skype ein Unternehmen in einem neuen, boomenden Markt, hieß es bei Ebay weiter. Das Start-Up-Unternehmen hat einen Umsatz von nur schätzungsweise 50 bis 70 Millionen Euro, hat sich aber in dem stark wachsenden Markt der Internet-Telefonie (Voice-over-Internet) an die Spitze hervorgearbeitet. Der Markt wird von Internet-Riesen wie Yahoo, Google, und Microsoft hart umkämpft.
Ebay-Aktien haben im vorbörslichen Handel 2,02 Prozent auf 37,84 Dollar verloren. Beobachter reagierten zunächst skeptisch. "Angesichts der Tatsache, dass Ebay noch nicht auf dem Markt für Online-Kommunikation präsent ist, sehen wir keine unmittelbaren Synergien", sagte Mark Main, Analyst bei der Beratungsfirma Ovum.
Anthony Noto von Goldman Sachs sagte, eine Lizenzvereinbarung würde möglicherweise auch reichen, um Ebay-Käufern und -Verkäufern die Kommunikation untereinander zu ermöglichen. "Wir haben Schwierigkeiten, in diesem Angebot einen ausreichenden Nutzen für den Marktplatz zu sehen", sagte Noto. Es sei fraglich, ob der daraus resultierende Gewinn ausreichend sei, um den Preis von mehreren Milliarden zu rechtfertigen.
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