Hamburg - Laut einem Überweisungsbeleg, der dem SPIEGEL vorliegt, ist die Summe am 8. Dezember 2004 von einer deutschen Bank auf ein Konto der Gewerkschaft bei der Ceskoslovenska obchodni banka in Prag transferiert worden. Das Geld floss wenige Monate, bevor die Vertragsverlängerung Schusters als Skoda-Vorstand anstand, der die Arbeitnehmervertretung zustimmen mussten. Der Manager musste sich zu diesem Zeitpunkt Sorge um seine Karriere machen, weil er Gegner im Skoda-Vorstand hatte.
Kovo-Metall-Chef Jaroslav Povsik bestätigte dem SPIEGEL den Eingang des Geldes auf dem Konto 193261847, das auf Schusters Wunsch eigens für die Zahlung eingerichtet worden sei. Die 100.000 Euro hatten zur Rekonstruktion des Kulturhauses der Gewerkschaft in Mlada Boleslav gedient. Povsik bestreitet aber, dass es sich um Schmiergeld gehandelt habe. Weil die Arbeitnehmervertretung nicht wusste, wie sie die Einnahme verbuchen sollte, habe sie eine Schenkungsurkunde verfasst und an Schuster geschickt, sagte Povsik. Der habe noch seinen Namen als Spender einsetzen sollen. Die Urkunde sei aber nicht ausgefüllt zurückgekommen.
Auch der Ex-Manager bestätigte dem SPIEGEL den Transfer. Das Geld sei aber keine Spende gewesen, sondern habe nur zur Überbrückungsfinanzierung gedient, damit das Gewerkschaftshaus nicht illiquide werde. Schuster: "Das war keine Bestechung oder so ein Quatsch." Seltsamerweise aber wurde die Herkunft des Geldes sorgsam verschleiert. Der Betrag wurde zunächst auf das Konto eines Unbeteiligten transferiert, von dem es dann ohne dessen Wissen an die Gewerkschaft weitergeleitet wurde.
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