Hamburg - Damit, so Zumwinkel, senke die Post ihre Preise zum zweiten Mal. "Eine solche Aktion gibt es in ganz Europa nicht noch einmal." Allerdings bleibe das Porto für den sogenannten Standardbrief unverändert, räumte der Postchef ein.
Zumwinkel bekräftigte seine Absicht, den Briefsektor auch nach der Liberalisierung des Postmarkts ab Anfang 2008 mit allen Mitteln gegen Wettbewerber verteidigen zu wollen. "Ich werde mit meinen Mitarbeitern um jeden Brief kämpfen - bis zum letzten Blutstropfen."
Das Geschäftsmodell der beiden Großverlage Springer und Holtzbrinck, die demnächst in die Briefverteilung einsteigen wollen, beurteilte Zumwinkel "eher skeptisch". Zeitungen zusammen mit Briefen auszuliefern, so der Post-Chef gegenüber dem SPIEGEL, sei die "Quadratur des Kreises". Er habe "schon einige vollmundige Ankündigungen gehört. Herausgekommen ist bisher nicht viel".
Zugleich verteidigte er den 5,5-Milliarden-Euro-Kauf des britischen Logistikkonzerns Exel: "Die Übernahme ist ein strategischer Hit. Davon bin ich fest überzeugt." Dass der Kurs seines Konzerns zunächst um drei Prozent abrutschte, sei "bei Transaktionen dieser Größenordnung" üblich und würde "keinen Experten aus den Schuhen hauen". Es werde nach der Übernahme zu Personaleinsparungen kommen, allerdings nur in Ländern, "wo beide bisher in den gleichen Feldern aktiv waren". Größenordnungen wollte Zumwinkel gegenüber dem SPIEGEL noch nicht nennen.
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