Bangalore - Schuster werde vorgeworfen, 117 Millionen Rupien (zwei Millionen Euro) aus öffentlicher Hand erhalten zu haben, ohne die versprochene Gegenleistung zu bringen, erklärte Polizeisprecher G. Mohanty. Der ehemalige Skoda-Personalvorstand hätte dafür den Bau eines VW-Werks zugesagt, wofür er gar nicht autorisiert gewesen sei.
Volkswagen wollte dem Staat des Geld ersetzen, aber die Regierung von Andhra Pradesh lehnte ab, da der Fall noch untersucht werde. Das Land hat weiter Interesse an dem Bau einer VW-Fabrik dort.
Auf der Suche nach Schuster will Indien jetzt Interpol einschalten. Sollte Schuster sich in Deutschland aufhalten, ist seine Auslieferung als deutscher Staatsbürger allerdings unmöglich. In dem Korruptionsfall wird aber auch in Deutschland gegen Schuster ermittelt.
Die wahre Dimension der VW-Affäre ist indes auch nach monatelangen internen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen noch immer nicht ganz abzusehen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt bisher gegen drei Beschuldigte wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue oder der Beihilfe dazu: den Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, den früheren Skoda-Personalvorstand Schuster und den ehemaligen VW-Betriebsratschef Klaus Volkert. Schwerpunkt der Ermittlungen sind teure Reisen auf Kosten von Volkswagen und ein von Gebauer und Schuster geschaffenes Firmengeflecht, das möglicherweise der Umleitung von Firmengeldern auf Privatkonten gedient hat.
Als einziger Beschuldigter hat bislang Volkert ausgesagt. Der entlassene Gebauer hatte für den Betriebsrat Reisen und Tagungen organisiert und dessen Spesen bearbeitet. Dabei ist es möglicherweise zu Unregelmäßigkeiten gekommen, die von der Staatsanwaltschaft geprüft werden. Gebauer und sein Anwalt geben seit Wochen Interviews und beschuldigen darin VW-Manager der Mitwisserschaft. Angaben bei der Staatsanwaltschaft hat er bisher aber nicht gemacht.
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