Stockholm - Die beiden Wissenschaftler hätten mit ihren Forschungen das Verständnis von Konflikt und Zusammenarbeit nicht nur erweitert, sondern in diesem Zusammenhang die Spieltheorie als dominanten Ansatz etabliert, erklärte das Nobelkomitee.
Aumann und Schelling hätten dieser Theorie zudem zum Durchbruch weit über die Grenzen der Volkswirtschaftslehre hinaus verholfen. Dabei habe Schelling ab Mitte der fünfziger Jahre vor allem "originelle Gedanken und Begriffe mit einem Minimum an mathematischer Technik" entwickelt. Aumann habe im Gefolge vor allem für die Anwendung mathematischer Analysewerkzeuge zur Entwicklung von Begriffen und Hypothesen gesorgt. Die Spieltheorie wurde in den fünfziger Jahren entwickelt. Sie will das Verhalten rationaler Spieler mathematisch analysieren, Strategien für Entscheidungen entwickeln und genaue Handlungsanweisungen in Konfliktsituationen geben.
Robert Aumann wurde 1930 in Frankfurt am Main geboren und hat die israelische und die US-Staatsbürgerschaft. Er lehrt an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Schelling ist US-Bürger und unterrichtet seit seiner Emeritierung an der University of Maryland in College Park.
Der Preis ist mit rund einer Million Euro dotiert und wurde 1968 von der Schwedischen Nationalbank im Andenken an den Industriellen Alfred Nobel gestiftet, aus dessen Erbe die fünf anderen Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden finanziert werden. Die Auszeichnungen werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, durch den König Schwedens in Stockholm überreicht.
Von den nunmehr 57 in der Kategorie Wirtschaft verliehenen Preisen gingen bisher 38 Auszeichungen an US-Amerikaner. Danach kommt Großbritannien mit acht Preisträgern vor Norwegen mit drei Auszeichnungen. Deutschland kommt bisher nur auf eine einzige Ehrung: 1994 teilte sich der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten für seinen Beitrag zur Entwicklung der Spieltheorie den Preis mit zwei Kollegen aus den Vereinigten Staaten.
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