Wirtschaft



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14.10.2005
 

VW-Korruption

Neue Vorwürfe gegen Gebauer

Von Michael Fröhlingsdorf

Die Liste der Vorwürfe gegen den frühren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wird länger: In einer neuen Stellungnahme an das Arbeitsgericht Braunschweig wirft VW ihm unter anderem vor, private Urlaubsreisen abgerechnet zu haben.

Hamburg - Der für die Betreuung der Betriebsräte zuständige 61-Jährige soll unter anderem zwei private Reisen in die Türkei und nach Kiew dienstlich abgerechnet haben. Entsprechende Belege des Reiseveranstalters Alltours seien von der Revisionsabteilung gefunden wurden, schreibt der Rechtsanwalt des Autokonzerns in dem Papier, das nach SPIEGEL-Informationen Anfang der Woche bei dem Gericht einging. Gebauer war im Juni fristlos gefeuert worden.

Gebauer (rechts) mit Anwalt Kubicki: "Für Prostituierte gab es keine Quittungen"
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DDP

Gebauer (rechts) mit Anwalt Kubicki: "Für Prostituierte gab es keine Quittungen"

Sein Rechtsanwalt Wolfgang Kubicki räumte zwar ein, dass sein Mandant die privaten Rechnungen eingereicht habe. Dies sei aber nur geschehen, um andere Ausgaben zu überdecken, die er für den Betriebsrat getätigt habe. "Für Prostitutierte gab es keine Quittungen", sagte Kubicki. Tatsächlich habe Gebauer die Reise privat gezahlt.

Die Verschleierung der Kosten mit privaten oder fingierten Rechnungen sei ein übliches Verfahren gewesen, um die Betriebsratsspesen abzurechnen, nachdem der Manager ab Anfang 2004 keine Ersatzbelege mehr ausstellen durfte. Zuletzt habe sich Gebauer Anfang Juni diesen Jahres in Lisabon eine Hotelrechnung über 12.000 Euro ausstellen lassen, sagte der Anwalt. Tatsächlich seien in den Übernachtungskosten auch die Ausgaben für Frauen enthalten gewesen.

"Nette Kooperation" mit dem LKA

Für Ärger sorgt unterdessen, dass der Autokonzern in seinem Schreiben an das Gericht angeblich auch aus internen Ermittlungsunterlagen des niedersächsischen Landeskriminalamts zitiert. Diese "nette Kooperation" sei höchst bedenklich, da inzwischen auch gegen Ex-VW-Vorstand Peter Hartz ermittelt werde und die VW-Revision selber an dem Abrechnungssystem beteiligt gewesen sei, sagte Kubicki. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Das Arbeitsgericht Braunschweig wird voraussichtlich am 17. November über die Kündigungschutzklage Gebauers entscheiden. VW hatte dem Manager und Ex-Skoda-Vorstand Helmuth Schuster ursprünglich vor allem deshalb gekündigt, weil sie ein Netz von Tarnfirmen aufgebaut haben sollen, um verdeckt Geschäfte mit dem Autokonzern abzuwickeln.

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