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17.10.2005
 

Kriselnder Autobauer

GM will mindestens 25.000 Jobs kappen

Die Finanzmärkte waren darauf vorbereitet, dass die Quartalszahlen des weltgrößten Autoherstellers General Motors miserabel ausfallen würden. Tatsächlich waren sie noch weit schlimmer als erwartet. Der Konzern will nun Werke schließen und Tausende Stellen kappen.

Detroit - Es war der Konzernchef Rick Wagoner selbst, der die Zielmarke formulierte: GM wolle mehrere Werke schließen und "mindestens" 25.000 Stellen abbauen, ließ er heute kurz vor Eröffnung des US-Börsenhandels mitteilen. Der Plan solle demnächst mit den Gewerkschaften erörtert werden. Welche Werke betroffen sein werden, ließ Wagoner offen. GM will durch den massiven Stellenabbau Überkapazitäten abbauen und die Kosten senken. Ziel sei eine Vollauslastung der Werke zum Jahr 2008.

Die deutsche GM-Tochter Opel teilte indes mit, man sei zunächst nicht von den Einschnitten betroffen. "Ich sehe momentan keine Querverbindung", sagte ein Sprecher in Rüsselsheim.

Historische GM-Zentrale in Detroit:  Milliarden-Einsparungen nötig
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DPA

Historische GM-Zentrale in Detroit: Milliarden-Einsparungen nötig

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass GM unter anderem wegen Nachfrageproblemen in Folge hoher Benzinpreise im dritten Quartal einen deutlichen Verlust hinnehmen musste. Einschließlich Einmaleffekten sei ein Minus von 1,6 Milliarden Dollar oder 2,89 Dollar je Aktie verbucht worden. Davon gingen rund 800 Millionen auf Wertberichtigungen zurück. Der unbereinigte Verlust pro Aktie lag rund doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Im Vorjahreszeitraum hatte GM noch Gewinn gemacht. Der Umsatz sei um fünf Prozent auf 47,2 Milliarden Dollar gestiegen, so GM.

Einigung über Gesundheitskosten

Aktien des Konzerns gewannen im frühen US-Handel trotz der desaströsen Quartalsbilanz um 11,19 Prozent auf 31,11 US-Dollar. Denn ebenfalls heute wurde bekannt, dass GM und die Gewerkschaft UAW einen ersten Kompromiss erzielt haben: Sie einigten sich auf eine Kürzung der GM-Kosten für die Gesundheitsversorgung der Mitarbeiter. GM darf demnach seine jährlichen Krankenversicherungskosten um drei Milliarden Dollar jährlich kürzen. Ferner sollen die Verbindlichkeiten für pensionierte Arbeiter um etwa 15 Milliarden Dollar reduziert werden.

Die hohen Gesundheitskosten werden vom GM-Management als einer der Hauptgründe für die Probleme des Unternehmens genannt. In diesem Jahr wird GM wohl 5,6 Milliarden Dollar für die Kosten zur medizinischen Versorgung von 1,1 Millionen seiner derzeitigen oder ehemaligen Beschäftigten sowie deren Familienmitglieder aufbringen müssen.

GMAC steht zum Verkauf

Um seine desaströse Finanzlage zu verbessern, erwägt GM auch den Verkauf seines wichtigsten Geldbringers, der Finanzsparte GMAC. Die Mehrheit an der Sparte könnte an einen strategischen Investor veräußert werden, kündigte Wagoner an. Damit sollten vor allem ihre Investment-Ratings verbessert werden, damit sie wieder an günstige Kredite kommt. GMAC hatte im dritten Quartal noch einen operativen Gewinn von 675 Millionen geliefert.

Auch in Europa ist GM im Quartal wieder in die roten Zahlen gerutscht - hier fiel ein Verlust von 150 Millionen Dollar an. Im zweiten Quartal hatte GM Europe erstmals seit Jahren ein operatives Plus von 37 Millionen Dollar geschafft. Vor einem Jahr hatte der Verlust in Europa mit der Tochter Opel noch bei 236 Millionen Dollar gelegen. Die laufende Restrukturierung bei GM Europe kostete das Unternehmen im dritten Quartal 56 Millionen Dollar.

Das Europa-Geschäft von GM stand bereits im vergangenen Jahr im Zentrum der Sanierung. Bis 2007 sollen 9000 der ehemals 32.000 Stellen in den deutschen Opel-Werken wegfallen, davon 6000 über ein Abfindungsprogramm.

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