Berlin/Düsseldorf - "Geschäfts- und kleinere Industriekunden werden in höherem Maße profitieren als andere Kundengruppen", sagte der Vorstandsvorsitzende der E.on Energie AG, Johannes Teyssen, der "Welt". Die durchschnittlichen Leitungsgebühren würden leicht sinken.
Ganz freiwillig kommen die niedrigeren Gebühren nicht. Nach dem kürzlich in Kraft getretenen Energiewirtschaftsgesetz müssen die rund 900 Betreiber deutscher Stromnetze Bundesnetzagentur bis zum ersten November zur Genehmigung vorlegen. E.on habe deshalb die Entgelte völlig neu erfassen und kalkulieren müssen, sagte Teyssen.
Die Senkung werde sich aber nur zu einem Drittel auf die Preise der E.on-Kunden auswirken. Im E.on-Konzern würden die erwarteten Mindereinnahmen zudem kaum eine Rolle spielen. Die Investitionen in das Leitungsnetz sollten wie geplant um 300 Millionen Euro aufgestockt werden. E.on versorgt über die Leitungsnetze seiner sieben Regionalgesellschaften rund 9,3 Millionen Kunden mit Strom.
Die Preise, die Stromnetzbetreiber von Energieversorgern ohne eigenes Netz verlangen, stehen schon seit langem in der Kritik. Dem Ökostromanbieter Lichtblick zufolge sind sie bis zu 30 Prozent überhöht. Erst letzte Woche hatte der Bundesgerichtshof die Offenlegungspflicht der Kalkulationen bestätigt.
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