Wirtschaft



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28.10.2005
 

Tariflöhne

Deutsche Kaufkraft auf Schrumpfkurs

Die tariflichen Einkommen in Deutschland liegen nur um schlappe 1,0 Prozent über dem Vorjahr - der langsamste Anstieg in einem Jahrzehnt. Besonders ärgerlich: Der Minianstieg wird von der Inflation voll und ganz aufgefressen.

Wiesbaden - Die Daten wurden am Morgen vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht. Berechnungsgrundlage sind die Gehälter im Juli 2005, die mit dem Vorjahresmonat verglichen wurden. Die Verbraucherpreise stiegen binnen Jahresfrist um zwei Prozent - die private Kaufkraft ging also im Schnitt zurück.

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DPA

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Am besten kamen noch die Beschäftigten im Maschinenbau weg, die rund zwei Prozent mehr verdienten. Auch in der Autoindustrie sowie bei Banken und Versicherungen fiel der Anstieg mit rund anderthalb Prozent noch vergleichsweise hoch aus: Beschäftigte in Handel und Einzelhandel mussten sich mit einem Anstieg von nur einem halben Prozent zufrieden geben.

Seit dem Jahr 2000 legten die Angestelltengehälter um 11,3 Prozent zu, die der Arbeiter um 10,4 Prozent.

Die Aussichten für ein deutliches Ansteigen der Reallöhne sind derzeit schlecht. Die hohen Ölpreise haben die Inflation in der Euro-Zone zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren getrieben. Im September kletterte die Inflationsrate in den zwölf Ländern im Jahresvergleich auf 2,6 Prozent - nach 2,2 Prozent im August, wie das Europäische Statistikamt Eurostat vergangene Woche mitteilte.

Top-Institute fordern Schrumpflöhne

In der vergangenen Woche hatten die sechs führenden Wirtschaftsinstitute sich dafür ausgesprochen, die Tariflöhne auch im kommenden Jahr nur um ein Prozent zu erhöhen. Dies gelte selbst dann, "wenn die Konjunktur weiter anziehen und sich die Arbeitsmarktlage etwas entspannen sollte", heißt es im Gutachten. Gleichzeitig prognostizieren die Volkswirte, dass die Verbraucherpreise 2006 im Jahresschnitt um 2,0 Prozent steigen werden.

Nur durch eine "moderate Lohnpolitik" sei es möglich, die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen, schrieben die Volkswirte weiter.

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