Berlin - In diesem Jahr sei mit insgesamt 70.000 Verbraucherinsolvenzen zu rechnen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen, Stephan Jender, heute bei einer Pressekonferenz in Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Plus von 40 Prozent. Die Zahl der Privatpleiten in Deutschland dürfte damit auf einen neuen Negativrekord steigen.
Derzeit seien rund drei Millionen Menschen von Überschuldung betroffen, so Jender weiter. Ihr laufendes Einkommen reiche nicht, um offene Rechnungen, Kredit-Zahlungen und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele dieser Betroffenen wüssten inzwischen von dem Verfahren der Privatinsolvenz und machten davon Gebrauch.
Der Inkasso-Verband forderte dennoch, das Verfahren für die Privatinsolvenzen zu reformieren. Der Sprecher des Verbandes, Wolfgang Spitz, sagte, das Verfahren sei immer noch zu bürokratisch.
Probleme mit der Zahlungsmoral
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sei hingegen erstmals seit fünf Jahren leicht gesunken. Dies sei ein Anzeichen für eine Konjunkturbelebung. 2005 würden insgesamt 38.000 Firmen pleite gehen, so die Prognose - das wären drei Prozent weniger als 2004.
Von Pleiten betroffen seien vor allem kleinere Firmen, die meist unter der schlechten Zahlungsmoral der Auftraggeber litten. Durch die Insolvenzen gingen in diesem Jahr rund 530.000 Arbeitsplätze verloren, rund zwölf Prozent weniger als 2004. Damit sei die Trendwende geschafft.
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