Hamburg - Der T-Systems-Umsatz bewegt sich sowohl im Neun-Monats- als auch im Quartalsvergleich mit knapp 9,5 Milliarden Euro beziehungsweise 3,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verlor der IT-Dienstleister allerdings 1,5 Prozent.
Das lag vor allem am mauen Geschäft mit Mittelstandskunden. Entsprechend hat Konzernchef Ricke nun die Prioritäten gesetzt. Um mehr als eine Milliarde Euro soll der Umsatz in dem Segment gesteigert werden.
Einen weiteren wichtigen Schritt zur Genesung der Sparte hat kürzlich der neue Bereichsleiter Lothar Pauly angekündigt. Der vormalige Siemens-Manager richtet das T-Systems-Auslandsgeschäft neu aus. Der Fokus soll künftig stärker in einzelnen Ländern Westeuropas liegen. Beobachter begrüßten den Plan. Sie hatten die Deutschland-Fixierung schon länger kritisiert. Bislang hat T-Systems 90 Prozent seiner Kunden hierzulande.
Allerdings wird auch T-Systems nicht um Einschnitte im Personalbereich herumkommen. Schätzungsweise 6000 Stellen könnten laut Presseberichten bedroht sein. Schon gab es Protestaktionen der Belegschaft.
Auch wird es für T-Systems nicht leicht, zumal der Bereich im Schatten der Sparten Festnetz und Mobiltelefonie steht. Von den geplanten Gesamtinvestitionen von 1,2 Milliarden Euro, mit denen die Telekom wachsen will, ist mit 700 Millionen der Löwenanteil für den Mobilfunk vorgesehen. Weitere 400 Millionen Euro sollen in den Bereich Breitband/Festnetz gehen. Für T-Systems bleiben nur 50 Millionen Euro.
Doch auch das kein Garant dafür, dass der Dienstleister wieder Wachstumsraten erzielen wird. "Bei den Geschäftskunden hängt vieles von der Gesamtkonjunktur ab. Wenn die Wirtschaft nicht wächst, wächst auch T-System nicht", sagt LRP-Analyst Per-Ola Hellgren im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.
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