Wirtschaft



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09.11.2005
 

T-Mobile

Wachstum made in USA

Auf den ersten Blick ist das Mobilfunkgeschäft derzeit die stabilste Säule im Gesamtkonzern Telekom. Doch auch dort zeigen sich ersten Risse. Entsprechend investiert Vorstandschef Ricke bei T-Mobile im großen Stil.

Hamburg - T-Mobile bereitet den Telekom-Verantwortlichen derzeit wohl am meisten Freude. Den Umsatz steigerte die Sparte im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,6 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 15 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro zu.

Allerdings steht Telekom-Chef Ricke auch hier unter Zugzwang. So ging das Kundenwachstum vor allem auf das gute US-Geschäft zurück. Allein in Nordamerika gewann T-Mobile USA 1,1 Millionen Kunden.

Gerade dort aber erwartet die Telekom schwächere Kundenzuwächse, zumal der Markt die Sättigungsgrenze erreicht. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Präsentation von T-Mobile hervorgeht, rechnet die US-Tochter mit einem Kundenzuwachs von 4,3 Millionen über die beiden kommenden Jahren. Bislang hatte die Telekom pro Quartal rund eine Million Menschen in den Vereinigten Staaten unter Vertrag genommen.

Immerhin nutzte Ricke die Gelegenheit und bekräftigte, dass T-Mobile USA nicht zum Verkauf steht. Ähnliche Gerüchte hatten in den vergangenen Monaten die Runde gemacht. In den kommenden Jahren will die Telekom ihr Mobilfunknetz in den Vereinigten Staaten ausbauen und UMTS-tauglich machen, hieß es nun.

Für Europa rechnet T-Mobile in den beiden kommenden Jahren mit 3,9 Millionen neuen Kunden. Die deutsche Tochter soll dabei ihren Umsatz mit neuen UMTS-Datendiensten und einem Ausbau des Großkundengeschäfts erhöhen. Um das Geschäft zu forcieren, will die Telekom 700 Millionen Euro in die Sparte pumpen - mehr als in die beiden anderen Konzernsäulen T-Systems und Festnetz.

Ricke scheint sich nicht mehr nur auf die Masse der Privatkunden verlassen zu wollen, was sinnvoll erscheint. So konnte die Telekom im dritten Quartal in Deutschland zwar 530.000 neue Kunden gewinnen. Zwei Drittel davon waren jedoch solche mit Guthabenkarten (Prepaid), wie T-Mobile weiter mitteilte. Sie gelten in der Branche generell als ertragsschwächer.

Zudem drängen Discounter auf den Massenmarkt und zetteln wilde Rabattschlachten an. Erst heute haben die Anbieter Simyo und Blau.de die Preise weiter gesenkt. Die reinen Discounter verzichten auf teure Läden, Service-Dienste und vor allem auf subventionierte Handys. T-Mobile kann und will bei dem bei den Preiskämpfen offenbar nicht mitmachen.

In einem verstärkten UMTS-Angebot sehen Beobachter dagegen eine Chance. "Die Telekom hat hier sehr lange sehr vorsichtig agiert. Nun scheint die Zeit für Datendienste gekommen zu sein", sagt LRP-Analyst Per-Ola Hellgren im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Dies kann langfristig neue Wachstumsmöglichkeiten garantieren."

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