Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.11.2005
 

Weihnachten in Westeuropa

Deutsche schenken am wenigsten

Die deutschen Konsumenten zeigen sich auch zu Weihnachten nicht besänftigt. Einer Umfrage zufolge soll wesentlich weniger unter den Baum als letztes Jahr. Nur der Nachwuchs wird beschenkt wie immer - bezüglich seiner Wünsche zeigen sich die Bundesbürger aber völlig ahnungslos.

München - Im Vergleich zu den Festen in den Nachbarländern wird das deutsche Weihnachten dieses Jahr besonders mager ausfallen. Neun Prozent weniger wollen die Bundesbürger im Durchschnitt für ihre Lieben ausgeben, wie eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte ergab. Außer den deutschen Verbrauchern wurden Konsumenten aus Italien, Portugal, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Belgien und Irland befragt. Nirgendwo wird dieses Jahr bei den Weihnachtseinkäufen so sehr auf die Preise geguckt wie in Deutschland.

Heiligabend in Deutschland: Die Säcke der Weihnachtsmänner werden leerer sein
Zur Großansicht
DDP

Heiligabend in Deutschland: Die Säcke der Weihnachtsmänner werden leerer sein

Nur die Portugiesen und Italiener wollen ähnlich sparsam sein, sie planen immerhin sechs Prozent weniger auszugeben. Die Iren und Spanier hingegen wollen sogar noch acht beziehungsweise sechs Prozent bei den Geschenken drauflegen.

Die Weihnachtszeit könnte deshalb für viele deutsche Unternehmen das endgültige Aus bedeuten, warnt Gerhald Hellmer, Consulting-Partner bei Deloitte. "Viele Unternehmen besitzen nicht mehr die Substanz, hohe Umsatzrückgänge beziehungsweise Rabattschlachten zu verkraften."

Gänsebraten trotz Vogelgrippe

Am meisten wollen die Deutschen bei den Geschenken für die erwachsenen Familienmitglieder sparen. Auch auf eine allzu üppige Weihnachtstafel wollen sie im Notfall verzichten, genau wie Briten und überraschenderweise auch Franzosen und Italiener. Fleischskandale und Vogelgrippe konnten die Verbraucher allerdings wenig schrecken. Auf Gänsebraten und Weihnachts-Truthahn will man fast nirgends verzichten. Nur in Italien gaben 60 Prozent der Befragten an, unter diesen Umständen kein Geflügel an den Festtagen auf den Tisch bringen zu wollen.

Bei der Bescherung für die Kleinen wollen allenfalls Niederländer und Briten sparen. Die Deutschen wollen den Nachwuchs ähnlich wie die Franzosen unterm Weihnachtsbaum auf keinen Fall zu kurz kommen lassen. Bei der Auswahl der Geschenke für Kinder zeigen sich die Deutschen allerdings ausgesprochen einfallslos. Blamable 74 Prozent der befragten Erwachsenen hatten keine Ahnung, was sich ihre Kinder wünschen. Europaweit liegt der Durchschnitt solch wenig informierter Eltern nur bei 41 Prozent. Immerhin plagen deutsche Eltern ihre Kinder weniger mit "nützlichen" Geschenken als Niederländer, Italiener oder Spanier. Genau wie Iren und Briten kommt es ihnen vor allem auf den Unterhaltungswert der Gaben an.

Dass man sich den Einkaufstrubel in der Innenstadt vor Weihnachten auch sparen kann - diese Weisheit verbreitet sich allmählich in allen europäischen Staaten. Über 50 Prozent der Befragten gaben an, ihre Einkäufe ganz oder wenigstens teilweise über das Internet zu erledigen. Und eine Weisheit gilt dieses Jahr genau wie eh und je: Wünschen und Schenken sind zweierlei Dinge. Die Wunschlisten sind so lang wie immer.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP