Düsseldorf - "Auf der Welt kann man nie was ausschließen. Ich hoffe, dass sich das alles bereinigt unterhalb einer Ministererlaubnis", sagte Glos heute in München vor Journalisten. Eine Vorentscheidung soll nach der heutigen Sitzung der Medienkommission KEK fallen. Konzernchef Mathias Döpfner will dort persönlich Überzeugungsarbeit leisten. An der Anhörung nehmen Vertreter von Springer, ProSiebenSat.1 und die Chefs der Landesmedienanstalten teil.
Bereits in Vorfeld der Anhörung hatte das Kartellamt Skepsis signalisiert. Die Behörde befürchtet, dass sich nach einer Fusion die marktbeherrschende Stellung Springers auf dem Fernsehwerbemarkt, bei den Straßenverkaufszeitungen und auch im Anzeigengeschäft verstärkt
Für Saban käme das mögliche Scheitern am Widerstand des Kartellamts und der Medienkommission KEK höchst ungelegen. Einer Vertragsklausel zu Folge müsste er die Sendergruppe ProSiebenSat.1 wieder zurücknehmen, falls das Bundeskartellamt ein Veto gegen die geplante Übernahme einlegen sollte. "Das Kartellrisiko liegt bei Saban und seinen Partnern. Das war Bedingung für den Kaufvertrag", erfuhr das "Handelsblatt" aus Springer-Kreisen. Springer und Saban hatten Anfang August den Verkauf der Sendergruppe an den "Bild"-Konzern bekannt gegeben
Der Verkauf zum Preis von insgesamt 2,5 Milliarden Euro wäre ein lukrativer Deal - Saban hätte seinen persönlichen Einsatz innerhalb von zwei Jahren verdreifacht.
Wie Unternehmenskreise berichten, hält es sich Saban im Falle eines Scheiterns wieder offen, ob er nach einer Ablehnung durch das Kartellamt direkt einen neuen Käufer sucht oder die Beteiligung noch einige Zeit behält. Die Saban-Group sagte auf Anfrage nur: "Kein Kommentar". Vor dem Deal mit Springer hatten NBC Universal, Disney und die Verlagsgruppe Bauer einen Einstieg geprüft.
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