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05.12.2005
 

Verhandlungserfolg

Navigationssystem Galileo ist gerettet

Nach monatelangen Verhandlungen hat Deutschland eine Beteiligung deutscher Unternehmen am europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo erreicht. Eins von zwei Kontrollzentren kommt außerdem nach Deutschland. Nun kann endlich der erste Testsatellit ins All geschossen werden.

Brüssel - Zu den bisher sieben Industriepartnern, die an dem Vorhaben beteiligt sind soll nun noch das deutsche Konsortium TeleOp kommen, teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee heute mit. Zu TeleOp gehören die Telekom-Tochter T-Systems, der kommerzielle Zweig des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Raumfahrtunternehmen EADS Chart zeigen und mit einem kleineren Anteil die bayerische Förderbank. "Ohne die Einigung wäre das Projekt auseinandergefallen", sagte ein Teilnehmer der Verhandlung.

Computerdarstellung von Galileo-Satelliten: 2,5 Milliarden kostet allein die Aufbauphase
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DPA

Computerdarstellung von Galileo-Satelliten: 2,5 Milliarden kostet allein die Aufbauphase

In welchem Umfang sich das Konsortium beteiligen wird, sei derzeit noch völlig offen, sagte ein T-Systems-Sprecher. Zunächst habe man die politische Einigung abwarten wollen. Fachleute erwarten, dass der Vertrag für die Aufbauphase des Navigationssystems in knapp einem Jahr unterschrieben werden kann.

Neben der Beteiligung von TeleOp wurde heute außerdem beschlossen, dass eins von zwei Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen bei München eingerichtet werden soll. Von dort aus soll der Regelbetrieb der 30-Satelliten-Konstellation über mindestens 20 Jahre hinweg durchgeführt werden. Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) zeigte sich erfreut über die Entscheidung: "Für Bayern ist dies ein Riesen-Erfolg", sagte der Minister, der kürzlich das Amt von Vorgänger Otto Wiesheu (CSU) übernommen hatte. "Das eröffnet uns für die Zukunft große Möglichkeiten."

Ein zweites Zentrum ist im italienischen Fucino nahe Rom geplant. Beide Standorte seien gleichberechtigt, sagte Achim Bachem vom DLR-Vorstand. Sie sollten so ausgelegt sein, dass sie sich gegenseitig beispielsweise bei Ausfällen ersetzen könnten. Das italienische Zentrum die Missionskontrolle übernehmen. "In der eigentlichen Betriebsphase sind beide identisch", sagte Bachem.

Der französische Verkehrsminister Dominique Perben kündigte in Brüssel an, der Sitz des Konzessionsnehmers für Galileo soll der Einigung zufolge nach Toulouse kommen. Dort solle über finanzielle und rechtliche Fragen, Ankäufe, Geschäftsentwicklung und Marketing entschieden werden, fügte Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy hinzu.

Galileo gehört zu den ehrgeizigsten Projekten der Europäischen Union. Für die Aufbauphase waren den Angaben zufolge bisher 2,1 Milliarden Euro vorgesehen, von denen zwei Drittel von privaten Investoren und ein Drittel aus Steuergeldern kommen sollen. Dieser Betrag wurde auf 2,5 Milliarden Euro angehoben, hieß es am Rande des EU-Verkehrsministerrats. Zusammen mit der Entwicklungsphase soll das System damit 3,6 Milliarden Euro kosten. Im Jahr 2008 soll Galileo betriebsbereit sein und damit eine europäische Alternative zum US-Navigationssystem GPS bieten. Bereits am 26. Dezember soll ein erster Testsatellit ins All geschickt werden.

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