New York - Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass das zum Medienkonzern Time Warner gehörende Internet-Portal AOL seine Nutzer nicht mehr mit Google
suchen lassen will. Stattdessen planen die Verantwortlichen für die Zukunft mit dem Microsoft-Pendant MSN. Die beiden Unternehmen stünden kurz vor Vertragsabschluss, hieß es.
Ferner wollten Microsoft und Time Warner gemeinsam mehr Marktanteile bei der Online-Werbung erzielen. Dem Bericht zufolge konzentrierten sich die Konzerne darauf, ihre werbebezogenen Bereiche zu kombinieren, und zwar mit minimalen oder ganz ohne Geldaustausch. In den Verhandlungen gehe es zudem auch um die Bildung einer gemeinsamen Werbe-Verkaufstruppe, die Online- Anzeigen für AOL und MSN anbieten soll. Die beiden Online-Dienste würden unter Kontrolle ihrer Besitzer bleiben.
Microsoft wollte den Bericht nicht kommentieren. Time Warner war zunächst nicht zu erreichen. Der Medienkonzern steht bei AOL unter Handlungsdruck. Großaktionär Carl Icahn wirft den Verantwortlichen Missmanagement vor. Unter anderem hat der Firmenjäger die Internetaktivitäten als Wertvernichter ausgemacht.
Für Google wäre eine Kooperation von Microsoft und AOL eine herbe Schlappe. Im vergangenen Jahr erhielt der Suchmaschinen-Anbieter im Rahmen der Vereinbarungen mit AOL 300 Millionen Dollar. Würde Google das Ringen um seinen größten Einzelkunden verliert, würden dem Unternehmen über zehn Prozent seines Gesamtumsatzes verloren gehen. Google-Chef Eric Schmidt lehnte einen Kommentar ab. "AOL ist ein wertvoller Partner und wir wollen die Zusammenarbeit fortsetzen", sagte er lediglich.
Microsoft
hingegen würde durch eine AOL-Kooperation einen wichtigen Punktsieg gegen Google erzielen. Mit einem eigenen E-Mail-Dienst und einer Desktop-Suche hatte der Suchmaschinenbetreiber zuletzt im Revier des Softwarerriesen gewildert.
Kein Thema mehr ist laut einem Bericht der "New York Times" (NYT) dagegen der Verkauf von AOL. Zuletzt hieß es, Time Warner wolle Anteile abgeben. Neben Google und Microsoft soll auch der Internetkonzern Yahoo
zu den Interessenten gehört haben. Zuletzt hieß es Yahoo sei aus dem Bieterrennen ausgestiegen.
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