Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
07.12.2005
 

Neue Preisschlacht

Mobilfunkanbieter eifern Aldi nach

Der Einstieg von Aldi ins Mobilfunkgeschäft hat die Branche in Aufregung versetzt. Nach den Billiganbietern Easymobile, Klarmobil und Simplytel soll jetzt auch T-Mobile planen, die Preise drastisch zu senken.

Essen - Nach Angaben aus Unternehmenskreisen habe die Deutsche Telekom Chart zeigen die Preise zum Teil deutlich gesenkt, berichtet die Deutsche Presseagentur. Die rund 14 Millionen Kunden des Prepaid-Tarifs Xtra Click&Go könnten künftig für fünf Cent pro Minute innerhalb des T-Mobile-Netzes telefonieren. Bislang lag der Preis bei 15 Cent. Gespräche in andere Netze sollen künftig 25 Cent statt 30 Cent pro Minute kosten.

Aldisierung im Mobilfunk: E-Plus will trotz Schnäppchenpreis verdienen
Zur Großansicht
DPA

Aldisierung im Mobilfunk: E-Plus will trotz Schnäppchenpreis verdienen

Damit hat Aldi mit seinem Einstieg ins Mobilfunkgeschäft erneut kräftig Bewegung in den Markt gebracht. Auch die Anbieter Simplytel, Klarmobil und Easymobile zogen nach. Sie wollen ihren Kunden bis Ende Februar 2006 mobiles Telefonieren für 14 Cent je Minute in alle Netze ermöglichen. Damit würden sie das Aldi-Angebot sogar unterbieten. Mit den Prepaid-Karten des Discounters kostet die Minute 15 Cent, Aldi-Kunden untereinander telefonieren für fünf Cent miteinander im E-Plus-Netz.

Deutsche benutzen Handys zu wenig

Laut Angaben aus Branchenkreisen peilt Aldi bis Ende kommenden Jahres eine Nutzerzahl von über 750.000 an. Auch Lidl und Plus liebäugeln bereits mit dem Verkauf von Mobilfunkkarten. Marktforscher rechnen mittelfristig mit einem weiteren Preisrückgang. Im kommenden Jahr werde die Minute weniger als zehn Cent kosten, sagte Gartner-Experte Martin Gutberlet.

Die Preisschlacht muss den Mobilfunkanbietern aber nicht notwendigerweise schaden. Frank Rothauge, Analyst des Bankhauses Sal. Oppenheim, geht davon aus, dass der Boom der Mobilfunk-Discounter sich zunächst negativ auf die Branchenumsätze auswirken wird. Mittelfristig könne sich dies aber ändern. "Schlüsselfrage ist, ob es gelingt, die Kunden durch die günstigeren Tarife dazu zu bewegen, mehr zu telefonieren", sagt er.

Zurzeit sei Deutschland das Land in Europa, in dem Handys am wenigsten benutzt würden. Gelinge es, hier ein Umdenken zu erreichen, dann könnten die Mobilfunktarife noch weiter sinken. In Österreich seien Tarife von zehn Cent pro Minute bereits normal. Dort werde inzwischen mehr per Mobilfunk telefoniert als per Festnetz. Der Netzbetreiber E-Plus erhofft sich von der Zusammenarbeit mit Aldi eine bessere Netzauslastung. "Daran verdienen wir dann natürlich", sagte Unternehmenssprecherin Catrin Glücksmann.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP