Berlin/Minden - Beschwerden von Opfern des DDR-Regimes hätten das Unternehmen nachdenklich gestimmt, sagte heute Unternehmenssprecher Andreas Laubig. Es habe sich um ein Aktionsangebot gehandelt, das weitestgehend ausverkauft sei. Restbestände würden jetzt aus den Regalen verschwinden.
Künftig würden derartige Angebote noch kritischer hinterfragt und die Belange einzelner Kundengruppen sensibler berücksichtigt, kündigte Reichelt-Geschäftsführer Miller an. Er habe weder eine Verherrlichung der Vergangenheit noch eine Diffamierung von Menschen aus den neuen Bundesländern beabsichtigt. Der Konzern entschuldige sich bei Kunden, die sich durch das Produkt verletzt fühlten.
Das Duschbad hatte bei Opfern des DDR-Staatssicherheitsdienstes für Empörung gesorgt. Viele hätten sich bei der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen beschwert, sagte deren Direktor Hubertus Knabe. Er bezeichnete die Verkaufsaktion als eine Verharmlosung der DDR-Vergangenheit. "Ein Unternehmen, das im Schatten von Mauer und Stacheldraht groß geworden sei, sollte mehr Verständnis für die Empfindungen der Verfolgten des DDR-Regimes aufbringen." Knabe hatte die Supermarktkette aufgefordert, das Produkt vom Markt zunehmen.
Das Duschbad, das Reichelt als Scherzartikel betrachtete, ist mit dem DDR-Emblem bedruckt. In der Werbung hieß es unter anderem "Gebrauch vorrangig durch die Arbeiterklasse und Genossenschaftsbauern". Angeblich hätten sich das Zentralkomitee und die Schwimm-Nationalmannschaft der DDR mit diesem Duft verwöhnt.
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