Berlin - Wie der Konzern auf Anfrage der "Berliner Zeitung" einräumte, wurden 10.300 der derzeit genutzten Hochspannungs-Masten bereits vor 1940 errichtet. Auch nach den Mastbrüchen im Münsterland, durch die kürzlich mehr als 200.000 Menschen mehrere Tage lang von der Stromversorgung abgeschnitten wurden, plane der Konzern offenkundig keinen Komplettaustausch dieses Alt-Bestandes.
Wie RWE erklärte, würden nur solche Alt-Masten ausgetauscht, die "nicht torsionssicher" seien, also extremen Zug-Belastungen eventuell nicht mehr standhalten würden. Wie aus internen RWE-Unterlagen hervorgehe, betreffe diese Austauschregelung im Wesentlichen nur jene Strommasten, die vor 1930 errichtet wurden, berichtet die Zeitung.
Der Rest gelte zunächst einmal als grundsätzlich sanierungsfähig. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich bei der extrem langen Nutzung der Alt-Masten nicht um "ein RWE-Spezifikum". Bei anderen Unternehmen würden ähnlich lange Nutzungszeiten gelten: "Vorkriegsmasten sind in ganz Europa in großer Zahl anzutreffen."
Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde der unter einem erhöhten Bruchrisiko stehende Thomas-Stahl von den Stromkonzernen in großem Stil auch bei der Herstellung von Strommasten für die regionalen Mittel- und Niederspannungsnetze eingesetzt. Während RWE für das Hochspannungsnetz schon 2003 ein mit 550 Millionen Euro dotiertes Sanierungsprogramm aufgelegt hat, habe das Unternehmen wie auch die anderen Stromkonzerne derzeit noch keinen Überblick darüber, wie viele Masten der Mittel- und Niederspannungsnetze wegen des erhöhten Bruchrisikos saniert oder erneuert werden müssen und wie teuer dies wird.
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