San Francisco - Google
und Microsoft
investieren 7,5 Millionen Dollar in eine neue Forschungsabteilung an der Berkeley-Universität in Kalifornien, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Neben den beiden Unternehmen beteiligt sich demnach auch der Softwarekonzern Sun Microsystems
an dem Projekt.
In dem Labor sollen Nachwuchsunternehmer neue Internet-Ideen entwickeln. "Es ist interessant, Google unter den Investoren zu haben, zumal hier der Google-Nachfolger erschaffen werden soll", erklärte Sun-Technikchef Greg Papadopoulos. Dafür stehen den zehn Studenten bis 2010 jährlich 1,5 Millionen Dollar zu Verfügung.
Ein spektakuläres Resultat kann die Forschungsstelle bereits präsentieren. Dass Microsoft und Google überhaupt kooperieren, ist schon per se eine kleine Sensation. Denn zuletzt haben sich die Konzerne einen offenen Schlagabtausch geliefert. Microsoft versucht seit Monaten, die aufstrebende Suchmaschine in die Schranken zu weisen. Google dominiert das Suchgeschäft und weitet seine Aktivitäten zusehends auch auf andere Bereiche wie E-Mail oder Desktop-Suche aus. Microsoft sieht darin seine Vorherrschaft am Softwaremarkt bedroht.
Angeheizt wurde der Streit zusätzlich, weil Google Fachpersonal bei Microsoft abwarb. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte laut Presseberichten in diesem Zusammenhang einen Wutanfall erlitten und damit gedroht, Google zu "killen". Microsoft-Gründer Bill Gates stichelte jüngst in einem Interview ebenfalls gegen die Suchmaschine. Zuletzt hatten die Konzerne auch um den Einstieg beim Internetportal AOL gerangelt.
Trotz der Kooperation im Forschungsbereich gibt sich Microsoft allerdings weiter unversöhnlich. "Das ist kein Waffenstillstand", sagte James Larus aus der Microsoft-Forschungsabteilung. "Wir haben das Projekt nicht begonnen, weil wir mit Google zusammenarbeiten wollen", fügte er hinzu.
Unstimmigkeiten gab es in der Vergangenheit auch zwischen Microsoft und Sun Microsystems. In einem Kartellstreit hatte Microsoft im vergangenen Jahr zwei Milliarden Dollar an Sun gezahlt. Wenigstens das Verhältnis zwischen Sun und Google stimmt - wenn auch einmal mehr auf Kosten von Microsoft. Beide Unternehmen hatten sich im Oktober verbündet, um die Dominanz des Marktführers bei Büroprogrammen zu brechen. Google will die von Sun entwickelte Konkurrenz-Software OpenOffice unterstützen.
Dass Microsoft jetzt im Forschungsbereich dennoch zu den Erzfeinden ins Boot steigt, begründet Chefforscher Larus mit drohendem Nachwuchsmangel. "Wenn Forschung nicht an den Universitäten betrieben wird, trocknet der Strom an neuen Ideen und Fachkräften in unsere Unternehmen möglicherweise aus", sagte der Microsoft-Mitarbeiter.
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