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23.12.2005
 

Dax-Rally

27 Prozent Gewinn sind nicht genug

Von Kai Lange

Der Deutsche Aktienindex hat 2005 rund 27 Prozent zugelegt. Man hätte mit Dax-Unternehmen aber noch mehr Geld verdienen können – mit der Einschränkung auf dividendenstarke Titel.

Hamburg - Sie klingt bestechend einfach, diese schon leicht angestaubte "Dogs of the Dow" Strategie. Man kaufe jeweils zu Jahresanfang die fünf Unternehmen im Dow Jones mit der höchsten Dividendenrendite und verbringe den Rest des Jahres mit erfreulicheren Dingen als mit Aktienanalyse.

Weihnachtsgruß an der Börse: "In Deutschland werden die Dividenden künftig stärker steigen als im übrigen Europa"
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Langfristig, so die "Dogs of the Dow"-Strategen, werde man mit Hilfe dieses nervenschonenden Rezeptes besser abschneiden als der Index. Immerhin hat diese Anlagestrategie seit Beginn der siebziger Jahre eine durchschnittliche Rendite von rund zwölf Prozent pro Jahr erzielt, während der Dow Jones Index Chart zeigen im gleichen Zeitraum gerade mal durchschnittlich acht Prozent schaffte.

Wer diese Strategie auf den Dax Chart zeigen überträgt, müsste in den kommenden Tagen die fünf Top-Dividendenwerte Deutsche Telekom Chart zeigen (aktuell rund 5 Prozent Dividendenrendite), Tui Chart zeigen (4,5 Prozent) ThyssenKrupp Chart zeigen (4,1 Prozent), DaimlerChrysler Chart zeigen (3,5 Prozent) und Deutsche Post Chart zeigen (3,4 Prozent) kaufen. Ein optimistisches Unterfangen, zumal all diese fünf Werte in diesem Jahr mit ihrer Kursperformance hinter dem Dax zurückgeblieben sind.

Die Deutsche Telekom Chart zeigen, die bereits im Januar 2005 zu den fünf "Dogs of the Dax" gehört hatte, ist noch hinter Tui Chart zeigen und Infineon Chart zeigen der Titel mit der schlechtesten Performance im Dax: Was nützt dem Anleger eine hohe Dividendenrendite, wenn der Kurs der T-Aktie Chart zeigen um rund 15 Prozent nachgibt? Wenn fallende Kurse die Dividendenrendite steigern, ist dies noch lange kein Kaufsignal.

"Ein solches mechanistisches Modell berücksichtigt lediglich das Verhältnis zwischen Kurs und gezahlter Dividende, nicht den Zustand des Unternehmens" sagt Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Die Gefahr, dass dann auch ein oder zwei faule Eier im Nest liegen, ist groß." Dennoch biete eine - etwas ausgefeiltere - Dividendenstrategie große Chancen.

DivDax lässt Dax klar hinter sich

Vorsichtigere Naturen blicken eher auf den "DivDax", der im März 2005 von der Deutschen Börse Chart zeigen aufgelegt wurde. Im DivDax sind die 15 Dax-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite enthalten. Der Index wird jährlich im September neu zusammengesetzt.

Im direkten Vergleich (Stichtag 21.12.) hat der DivDax mit einer Performance von 31,6 Prozent den Dax klar hinter sich gelassen.

Dax im Zeitraffer: Der Dax vor 1, 3 und 5 Jahren
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manager-magazin.de

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Der Vorsprung von rund fünf Prozent bezieht sich allein auf das Jahr 2005. Ein Anleger, der zum Jahresende 2000 regelmäßig in die 15 dividendenstärksten Dax-Werte investiert hätte, stünde nach Berechnungen der LBBW trotz Börsencrash bereits wieder mit einem Plus von 25 Prozent da. Ein Anleger, der dagegen in den Dax 30 investierte, liegt trotz der Aufholjagd des Deutschen Aktienindex seit März 2003 immer noch mit rund 25 Prozent im Minus. Ein Zeichen dafür, dass dividendenstarke Unternehmen auch Schwächephasen besser überstehen.

Ein Investment in ein DivDax-Zertifikat ist außerdem günstiger, als 15 einzelne Aktien zu kaufen. Nachteil des Index: Auch er wird jährlich im September nach dem starren Modell der absoluten Dividendenrendite zusammengesetzt. Zweitens werden angekündigte Dividendenerhöhungen im DivDax nicht berücksichtigt, der Index richtet den Blick zurück.

Dividenden: Verlässliche Zahler bevorzugt

Alternative zu "Dogs of the Dax" und "DivDax": Man investiert doch Zeit, Geld und Nerven und schaut sich die Dividendenpolitik der einzelnen Unternehmen genauer an. Wichtige Kriterien sind dabei, ob die Dividende regelmäßig gezahlt und gesteigert wird und ob die Ausschüttung durch steigende Gewinne gedeckt ist. Unternehmen mit stetig steigenden Gewinnen und Ausschüttungen schonen Anleger mehr als Unternehmen wie Infineon Chart zeigen, die in einem Jahr Rekordgewinne ausweisen und bereits im Folgejahr tief in die Verlustzone rutschen.

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