Hannover/Düsseldorf - Eine Erhöhung von "knapp drei Prozent" sei "in unseren europäischen Nachbarländern üblich" und erhalte die "exzellente internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen uneingeschränkt", sagte Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der "Neuen Presse" in Hannover. "Die Löhne sollten endlich wieder stärker steigen als die Inflationsrate, so dass die Kaufkraft der Menschen steigt", forderte der Würzburger Volkswirt.
Dagegen warnte sein Kollege Wolfgang Franz, ebenfalls Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, vor überzogenen Lohnsteigerungen. "Eine beschäftigungsfreundliche Lohnpolitik mit Lohnerhöhungen maximal zwischen einem und zwei Prozent im nächsten Jahr könnte zu einem Beschäftigungsaufbau beitragen", sagte Franz der "Rheinischen Post".
Eine solche Politik müsse im Einklang mit den anderen "Reformbaustellen" erfolgen, betonte Franz. Als Beispiele nannte er die Senkung der Unternehmensteuerbelastung, die Reformen des Gesundheitssystems und der Pflegeversicherung, die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts und eine Konsolidierung des Haushalts.
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