Wirtschaft



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18.01.2006
 

AEG Nürnberg

Mitarbeiter beschließen unbefristeten Streik

Die Schließung des AEG-Werks in Nürnberg ist eigentlich schon sichere Sache, doch trotzdem haben sich die Mitarbeiter heute noch einmal zum Streik enschlossen. Sie fordern Abfindungen und Weiterbildungsmaßnahmen von der Unternehmensleitung.

Nürnberg - In einer Urabstimmung hätten sich mehr als 96 Prozent der IG Metall-Mitglieder bei AEG für einen Streik ausgesprochen, teilte der bayerische Gewerkschaftschef Werner Neugebauer mit. "Das ist die höchste Streik-Zustimmungsquote, die es in der IG Metall je gab", sagte Neugebauer. Nötig war eine Dreiviertel-Mehrheit der in der Gewerkschaft organisierten Arbeitnehmer. Neugebauer sprach von einem "überwältigenden Votum". Es zeige die große Entschlossenheit der Beschäftigten. Der unbefristete Ausstand soll am Freitag beginnen.

AEG-Mitarbeiter bei einer Protestkundgebung am Freitag: Streiken so lange wie nötig
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DPA

AEG-Mitarbeiter bei einer Protestkundgebung am Freitag: Streiken so lange wie nötig

Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will das AEG-Werk mit rund 1750 Beschäftigten Ende 2007 schließen und die Fertigung von Waschmaschinen und Geschirrspülern nach Polen verlagern. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten Anspruch auf Qualifizierung bei vollem Lohnausgleich bis Ende 2010 sowie eine Abfindung in Höhe von drei Monatseinkommen pro Beschäftigungsjahr.

Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern waren in der vergangenen Woche jedoch gescheitert. Vor der Urabstimmung hatten sich Gewerkschafter und Elektrolux-Vertreter deshalb schwere Vorwürfe gemacht. Die IG Metall habe es von Anfang an auf ein Scheitern der Verhandlungen abgesehen, erklärte die Unternehmensleitung. Die Unternehmensleitung habe entgegen der Abmachungen keinen Vorschlag für einen Sozialtarifvertrag gemacht, konterte die IG Metall. Tatsächlich wollte der Konzern einen solchen Plan nur unter der Bedingung vorlegen, dass die IG Metall einen Streik bis Ende Januar von vorneherein ausschloss.

Die Dauer des nun bevorstehenden Arbeitskampfes ist offen, wie der Nürnberger IG Metall-Vize Jürgen Wechsler vor der Abstimmung erklärte. "Wir haben uns für einen unbefristeten Streik entschieden", sagte er. Man werde so lange kämpfen, bis ein Angebot von Electrolux vorliege.

Der Streit um das Nürnberger AEG Werk tobt schon lange. Schon bevor die Schweden dessen Schließung endgültig beschlossen kam es zu zahlreichen Protestaktionen. Das konnte an der Entscheidung, die Produktion der weißen Ware nach Polen zu verlagern, jedoch nichts ändern. Die Schweden haben für die Schließung des Traditionswerks nun Aufwendungen in Höhe von 230 Millionen Euro veranschlagt. Bei dieser Summe soll es aber nach dem Willen der betroffenen AEGler nicht bleiben.

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