Bochum - Schlecht kommt der leidenschaftliche Sanierer bei KarstadtQuelle nicht weg. "Ich bekomme fix 700.000 Euro und Bonuszahlungen, die sich auf bis zu 2,1 Millionen Euro jährlich belaufen können", erklärte der Manager den Schülern einer 13. Klasse in Bochum bei einem Besuch. 2005 habe er wegen der laufenden Sanierung des Essener Handelskonzerns allerdings nicht die maximale Bonuszahlung erhalten.
Als früherer Vorstandschef bei Bertelsmann habe er "deutlich mehr" und bei der arabischen Beteiligungsfirma Investcorp gar "sehr viel mehr" verdient, offenbarte Middelhoff. Doch die Sanierungsaufgabe bei KarstadtQuelle habe ihn gereizt, weshalb er den geringeren Verdienst akzeptiert habe.
Mit der Offenlegung seines Gehalts wollte der KarstadtQuelle-Chef jedoch die Jugendlichen nicht etwa beeindrucken oder möglichen Nachwuchs für die deutsche Managergarde locken. Hinter dem Vorstoß steckt stattdessen, wenn man Middelhoff glauben darf, der Wille zu mehr Offenheit in der Branche. "Ich bin für die Offenlegung von Managergehältern", erklärte der Manager, "weil ich keine Probleme damit habe."
Auch auf die Frage der Schüler, warum noch viele Vorstände in deutschen Unternehmen sich dagegen sträubten, ihre Vergütung ähnlich unverblümt preiszugeben, hatte Middelhoff eine schlüssige Antwort: "Die dagegen sind, schämen sich womöglich vor ihren Ehefrauen, weil dann zu Tage treten könnte, dass sie weniger verdienen als andere Vorstandsmitglieder."
Als die Schüler schließlich wissen wollten, ob Middelhoff nach den tiefen Einschnitten für die Belegschaft des sanierungsbedürftigen KarstadtQuelle-Konzerns auch persönliche Konsequenzen gezogen habe, erklärte der, der gesamte Vorstand verzichte seitdem auf 15 Prozent des bisherigen Einkommens. Der Chef des MDax-Konzerns fügte hinzu, er sei überzeugt, dass eine Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten sich sehr positiv auf die Motivation der Mitarbeiter und das Betriebsklima auswirke.
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