Berlin - "Wir sehen uns mit einer Beschäftigungskrise gigantischen Ausmaßes konfrontiert, die sich nicht von selbst auflösen wird", erklärte der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Juan Somavia. Die Zahlen der Organisation zeigten, dass Wirtschaftswachstum allein die globalen Arbeitsmarktprobleme nicht lösen könne. Denn das Wachstum lag der Untersuchung der Organisation zufolge weltweit bei satten 4,3 Prozent. Dagegen waren Ende 2005 191,8 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 2,2 Millionen mehr als 2004 und 34,4 Millionen mehr als 1995.
"Wir brauchen daher neue Politikansätze, um diese Probleme anzugehen", erklärte Somavia. In den meisten Volkswirtschaften sei es nicht gelungen, ein wachsendes Inlandsprodukt in mehr Arbeitsplätze oder höhere Löhne und Gehälter zu übersetzen, hieß es weiter. Zusammen mit den gestiegenen Energiepreisen und Naturkatastrophen in zahlreichen Ländern habe dies negative Auswirkungen vor allem für die ärmere Bevölkerung gehabt.
Die einzig gute Nachricht: In den Industrieländern einschließlich der Europäischen Union sank die Arbeitslosenquote dieser Statistik zufolge von 7,1 Prozent im Vorjahr auf 6,7 Prozent Ende 2005. Dafür verschlimmerte sich die Situation beispielsweise in Lateinamerika und der Karibik deutlich. In diesen Regionen stieg die Quote von 7,4 auf 7,7 Prozent. In Osteuropa (außerhalb der EU) und den ehemaligen Sowjet-Republiken zog sie von 9,5 auf 9,7 Prozent an.
Ostasien verzeichnete mit unverändert 3,8 Prozent Erwerbslosen die niedrigste Arbeitslosigkeit, während Nordafrika und der Nahe Osten mit 13,2 Prozent den höchsten Stand aufweisen. Insgesamt blieb die Arbeitslosenquote weltweit trotz des Anstiegs der absoluten Zahlen laut ILO gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 6,3 Prozent.
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